Die besten Spartipps beim Autokauf

Gebraucht oder neu? : Die besten Spartipps beim Autokauf

Laut einer Studie der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) lag der Durchschnittspreis der in Deutschland zugelassenen Neuwagen erstmals im Jahr 2017 über der 30.000 Euro Marke. Gebrauchtwagen sind mit einem Durchschnittspreis von 11.430 Euro zwar deutlich günstiger, stellen aber besonders bei kleinen Einkommen nicht zuletzt durch die Folgekosten ebenfalls einen großen Kostenpunkt dar.

Mit einem bisschen Verhandlungsgeschick, dem richtigen Kaufzeitpunkt und den folgenden Tipps, kann beim Auto jedoch deutlich gespart werden.

Neuwagen, Tageszulassung oder junger Gebrauchtwagen?

Beim Autokauf können besonders geduldige und flexible Personen viel Geld sparen. Entscheidend dabei ist vor allem, von welchem Hersteller das Fahrzeug sein soll und ob ein guter Gebrauchter infrage kommt oder ob es zwingend ein Neuwagen sein muss. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass ein vergleichbar ausgestatteter Neuwagen eines ausländischen Herstellers oft günstiger ist als ein bereits mehrere Jahre altes Auto eines deutschen Premiumherstellers.

Käufer, die auf das letzte Quäntchen Qualität und das Prestige eines Audi, BMW oder Mercedes verzichten können, treffen häufig mit einem Toyota oder Skoda eine finanziell deutlich vernünftigere Entscheidung. Dabei sollten nicht nur die Anschaffungskosten berücksichtigt werden, sondern auch die kommenden Reparaturen, die Versicherungsprämie und der Spritverbrauch, bei denen Neuwagen häufig deutlich besser abschneiden.

Tageszulassungen und Vorführwagen bilden hierbei einen guten Kompromiss und werden häufig bis zu 30 Prozent unter Listenpreis angeboten. Bei Jahreswagen sind etwa 40 Prozent Rabatt möglich und zwei bis vier Jahre alte Leasingrückläufer werden bis zu 60 Prozent unter Neuwagenpreis verkauf.

Käufer, die viel Zeit einplanen, Angebote vergleichen und sich nicht auf ein Modell versteifen, können somit beim Autokauf leicht mehrere tausend Euro sparen. Bei Gebrauchtwagen lohnt sich hierbei ein Blick in den ADAC-Gebrauchtwagen-Rechner, mit dem sich Preise grob einschätzen lassen.

Händlerfinanzierung oder Privatkredit

Über 60 Prozent aller in Deutschland gekauften Neuwagen und über 40 Prozent aller Gebrauchtwagen werden per Kredit finanziert. Besonders die aktuell niedrigen Zinsen sorgen dafür, dass die Kauflust im Automobilsektor weiter ansteigt. Käufer stehen dabei zwischen der Wahl der Händlerfinanzierung, die in den meisten Fällen über eine zum Automobilkonzern gehörende Bank erfolgt oder den Abschluss eines Privatkredits, bei dem sie frei über den Kreditgeber entscheiden.

Laufzeit und Ratenhöhe

Viele Händler werben aktuell mit Autokrediten ohne Zinsen und Anzahlung. Auf den ersten Blick erscheint dieser Weg zum neuen Auto daher verlockend. Vor dem Abschluss eines Vertrags, sollten Autokäufer aber auch Vergleichsportale im Internet nutzen und die Konditionen der unterschiedlichen Bankkredite in die Entscheidung miteinzubeziehen.

Banken können zwar in den meisten Fällen nicht ganz mit den niedrigen Zinsen der Händlerkredite mithalten, bieten aber oft deutlich flexiblere Konditionen. Diese umfassen beispielsweise die Aussetzung von Raten in finanziell engen Monaten oder die frühzeitige Rückzahlung des Kredits. Außerdem kann die Höhe der Raten und damit die Kreditlaufzeit individueller gestaltet werden. Dies macht sich besonders bei der Restzahlung bemerkbar, die bei vielen Händlerkrediten am Ende der Laufzeit noch über 50 Prozent des Listenpreises beträgt und daher oft neu finanziert werden muss.

Als günstigen Kompromiss bieten vielen Kreditgeber auch einen speziellen Autokredit an, bei dem der Fahrzeugschein als Sicherheit hinterlegt wird. Im Gegenzug zu klassischen Ratenkrediten mit freier Verwendung sind die Zinsen üblicherweise niedriger. Die niedrigsten Zinsen findet man bei Autokrediten der Direktbanken, die ihr Geschäft über das Internet abwickeln. Je nach Bonität des Kreditnehmers liegen die Zinssätze üblicherweise zwischen einem und fünf Prozent.

Barzahler-Rabatt durch Privatkredit

Autokäufer können bei vielen Händlern neben den üblichen Rabatten durch die sofortige Zahlung des Gesamtpreises einen weiteren Nachlass erhalten. Es ist daher trotz der teilweise höheren Zinsbelastung von Privatkrediten insgesamt günstiger einen Autokauf auf diese Art zu finanzieren, wenn man den Barzahler-Rabatt mit einberechnet. Je nach Hersteller, Händler und Modell sind auf den Listenpreis bei Barzahlung üblicherweise zehn bis 15 Prozent Rabatt möglich. Bei eher unbeliebten Modellen, die schon lange beim Händler stehen, erhalten Barzahler sogar bis zu 20 Prozent Rabatt und fahren so günstiger, als bei der Finanzierung über einen Händlerkredit.

Preisverhandlungen und Kaufzeitpunkt

Beim Autokauf ist eine vorherige Preisverhandlung nahezu obligatorisch. Sollten sie sich für einen Neuwagen entschieden haben, ist es empfehlenswert die gewünschte Konfiguration bei verschiedenen Händlern anzufragen. Außerdem sollten neben klassischen Vertragshändlern auch Onlineangebote berücksichtigt werden. Nachdem so die zwei bis drei günstigsten Angebote gefunden wurden, kann es an die Verhandlungen gehen. Neben Rabatten bieten viele Händler auch kostenfreie Sonderausstattung, Servicepakete, Winterreifen oder eine verlängerte Garantie, die den Preis zwar nicht unmittelbar reduzieren, aber trotzdem in die Kaufentscheidung mit einfließen sollten.

Besonders hohe Rabatte auf Neuwagen gibt es typischerweise am Jahresende, wenn Vertragshändler, die zuvor vertraglich zwischen ihnen und dem Autohersteller festgehaltene Absatzmenge noch nicht erreicht haben. Sollte der Autokauf nicht eilig sein, kann es sich deshalb finanziell häufig lohnen, bis zum Jahresende zu warten.

Ein weiterer Zeitpunkt, an dem Käufer mit besonders guten Karten in die Preisverhandlung starten ist die Einführung eines neuen Modells, die dazu führt, dass Händler noch vorhandene ältere Modelle deutlich unter ihrem ehemaligen Listenpreis verkaufen. Fahrer, die ihr Auto weniger als Statussymbol und mehr als Gebrauchsgegenstand sehen und auf das neuste Modell verzichten können, sparen so bis zu 30 Prozent und erhalten trotzdem eine nahezu fabrikneues Fahrzeug.

Auch bei Gebrauchtwagen ist der Zeitraum zwischen Oktober und Dezember aus Käufersicht ideal, um ein Auto zu erwerben. Dies liegt daran, dass Gebrauchtwagenhändler während dieses Zeitraums mit schwachen Absatzzahlen zu kämpfen haben und Fahrzeuge ungern im Winter lange Zeit stehen lassen möchten.

(vo)