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Köln: Der richtige Schutz für die Jüngsten

Köln : Der richtige Schutz für die Jüngsten

Airbags rundum, Kollisionsverhütungssysteme, Abstandswarner, moderne Autos besitzen vielfach eine schiere Armada an Sicherungstechnik. Doch die jüngsten Autoinsassen werden oftmals stiefkindlich behandelt. Der Unsicherheitsfaktor ist der Mensch am Steuer.

„Das Risiko schwerster Verletzungen steigt extrem an, wenn Kinder im Auto nicht oder falsch gesichert mitfahren“, schildert Vincenzo Luca von TÜV Süd in München seine Erfahrungen. Dabei sind die rechtlichen Anforderungen eindeutig.

Ob auf dem Weg zum Kindergarten oder auf der Fahrt in den Urlaub, Kinder bis zum zwölften Lebensjahr oder einer Größe von 1,50 Metern dürfen nur in entsprechenden Kindersitzen oder auf einer Sitzerhöhung mitfahren. So schreibt es die gesetzliche Regelung vor. Für Kindersitze gilt seit Oktober 2014 neben der europäischen Norm ECE-R 44/03 die neue ECE-R 129.

Der Unterschied: Während die ältere Regelung die Sitzkategorien nach dem Gewicht der Kinder festlegt, richtet sich die neue nach ihrer Größe. Noch bis 2018 bleibt es Eltern freigestellt, welche Einteilung sie wählen, da die neuen so genannten „i-Size“-Sitze mit Stützfuß bisher nur in wenigen Fahrzeugen montiert werden können. Grundsätzlich muss ein guter Kindersitz hohen Unfallschutz beim Frontal- oder Seitenaufprall bieten, sich leicht in das Auto einbauen lassen und optimal an die Größe des Kindes anzupassen sein, verlangen die Fachleute der Stiftung Warentest. Unter die Lupe genommen werden Kindersitze regelmäßig der Stiftung Warentest (www.test.de/thema/autokindersitze).

Vor dem ersten Einsatz immer testen, ob das Kind in den ausgesuchten Sitz und dieser ins jeweilige Auto passt, legt Rudolf Gerlach, Experte für Fahrzeugsicherheit bei TÜV Rheinland in Köln Eltern ans Herz: „Ist der Sitz zu klein oder wird er falsch im Fahrzeug montiert, kann er das Kind im Ernstfall nicht ausreichend schützen“, betont der Fachmann. Je fester der Sitz im Auto fixiert ist, desto besser. Viele Hersteller bieten Isofix-Halterungen für die Rückbank an. Sie sind eine gute Wahl, wenn das eigene Auto nicht auf den neuen „i-Size“-Sitz ausgelegt ist. Kleinkinder bis zum Alter von 15 Monaten dürfen nur mit dem Gesicht Richtung Rückbank fahren. Außerdem ist es wichtig, den Vordersitz möglichst weit nach vorne zu schieben. Sonst kann das Kind bei einem Unfall an dessen Rückenlehne geschleudert werden.

Generell gilt: Kinder sind bei einem Unfall nur geschützt, wenn der Gurt im Sitz ganz eng anliegt. Sobald ein Kind beispielsweise seine Jacke ablegt, muss der Gurt in jedem Fall nachgezogen werden. Kopfstützen und Gurtverlauf müssen in regelmäßigen Abständen an das heranwachsende Kind angepasst werden. Und kommt es zu einem Unfall, heißt es danach: Sitz wechseln! Denn selbst ein leichter Aufprall hinterlässt Spuren, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind, geben Fachleute zu bedenken.

(amv)