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Brühl: Der Renault Captur TCe 120 fällt angenehm auf

Brühl : Der Renault Captur TCe 120 fällt angenehm auf

„Erleben Sie die urbane und moderne Welt des neuen Renault Captur“, so wirbt Renault für den überarbeiteten Captur. SUV-Qualitäten kann man getrost vergessen. Der Captur ist kein Geländewagen. Er sieht nur so aus. Allradantrieb gibt es nicht, auch nicht als Extra. Das kann man allerdings gut verschmerzen, denn das Revier des Captur ist die Straße.

Da fährt er sich wie ein Kompakter und offeriert innen jede Menge pfiffiger Lösungen. Mit neugestalteten Linien, dem hervorgehobenen Kühlergrill sowie neu entworfenen Leichtmetallrädern bietet er ein bisschen Luxus und zahllose Möglichkeiten zur Individualisierung. Alles in allem sind laut Renault 35 verschiedene Farbkombinationen möglich. Wenn das noch immer nicht genug ist, können dank seitlicher Zierleisten und Nabenkappen in fünf Farbtönen weitere Akzente gesetzt werden.

Eigenständig und ansprechend präsentiert sich der Innenraum, ohne dass Funktionalität und Verarbeitungsqualität auf der Strecke bleiben. Das reichlich Hartplastik zum Einsatz kommt, kann man goutieren, zumal es mit Klavierlack und Chromapplikationen verbrämt wird. Sehr praktisch ist das Handschuhfach: eine ausziehbare Schublade mit üppigen elf Litern Stauvolumen. Bauteile wie Lenkrad und Schalthebel, mit denen man ständig in Kontakt ist, fühlen sich ebenfalls gut an.

Als gallische Schrulligkeit können die versteckten Tempomattasten durchgehen, die auf dem Mitteltunnel sitzen und von der zu hoch montierten Armablage überdeckt werden. Lob kassieren die neuen Vordersitze, die nun nicht nur deutlich straffer und somit langstreckentauglich sind, sondern endlich ausreichend Seitenhalt bieten. Vier Erwachsenen bietet der Captur - technisch basiert er auf den Renault Clio - ausreichend Platz, vorne sogar recht großzügig.

Online-Infotainmentsystem

In der Ausstattungsvariante Crossborder (Testwagenpreis: 26.160 Euro) befindet sich Easy-Parking-Paket (Abstandssensoren/Toter-Winkel-Warner) an Bord. Ein Online-Infotainmentsystem bietet zeitgerechte Konnektivität, das Bose-Soundsystem üppigen Klang.

Das mit dem Gelände ist bereits geklärt, selbst wenn die dreistufige Traktionskontrolle namens Extended Grip ihre Fähigkeiten im schwierigeren Terrain ausspielt. In der Stadt zeigt sich der Captur als wendig, praktisch und leichtfüßig. Bei Überlandfahrten wird der komfortabel ausgelegte Charakter des Fahrwerks angenehm spürbar.

Über Querfugen und ähnlich Unebenheiten werden die Insassen allerdings wenig gefiltert informiert und bisweilen poltert es an der Vorderachse. Vermeintlich sportliche Fahrweise ist nicht die Domäne des Captur. Ziemlich rasch greift dann das ESP ein. Bremse. Lenkung und Getriebe verrichten ihr Werk, wie man es erwartet.

Der mit einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe kombinierte Reihenvierzylinder leistet 118 PS. Laut Hersteller reicht er für eine Höchstgeschwindigkeit 192 Stundenkilometern, und der Sprint von null auf 100 Kilometer pro Stunde (km/h) wird in 10,6 Sekunden absolviert. In jedem Fall sind die Fahrleistungen für lange Strecken und flotte Autobahnpassagen absolut ausreichend.

Renault hat seinen kleinen Bestseller zwar nur behutsam aufgefrischt, aber genau an den richtigen Stellen. Selbst im inzwischen boomenden Markt der kompakten SUVs dürfte dem weiteren Erfolg wenig im Wege stehen.