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Der Porsche-Turbo-S kegt die Messlatte hoch

Alleskönner : Der neue Porsche-Turbo-S

Bei dem Begriff Sportwagen kommt einem fast unweigerlich der Name Porsche in den Sinn. Und automobile Hochleistungssportler werden nun mal trotz aller mahnenden Fingerzeige auf Emissionen und Umweltschutz vor allem an Leistung, Performance und Dynamik gemessen. Der neue Porsche 911 Turbo S legt dabei die Messlatte ganz hoch nach oben.

Leistungsmäßig ist er nahe an dem reinrassigen Rennsportwagen GT2 RS. Gleichwohl aber bietet der neue Spitzen-Elfer einen Fahrkomfort fast wie im Panamera. Porsche hat mit dem neuen 911 Turbo S einen wahren Alleskönner auf die Räder gestellt.

Die 650 PS des neuen 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxertriebwerks bedeuten ein Plus von 70 PS im Vergleich zum Vorgänger. Dessen Drehmoment von 750 Newtonmetern (Nm) wird auf 800 Nm erhöht. Dieser Kraftzuwachs macht sich vor allem beim Antritt und dem Durchzugsvermögen bemerkbar. So gelingt der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 in 2,7 Sekunden (bisher 2,9). Die Höchstgeschwindigkeit liegt unverändert bei 330 Kilometern pro Stunde (km/h/Werksangaben). Bei sportlicher Fahrweise rückt der Normverbrauch von 11,1 Litern naturgemäß in weite Ferne. Wird der rechte Fuß etwas moderater eingesetzt, sind um die 14 Liter realistisch.

Gekoppelt ist das Aggregat mit dem speziell auf die Leistung ausgelegten neuen PDK-Getriebe mit nun acht statt sieben Gängen. Übertragen wird die Kraft des Triebwerks auf beide Achsen des Turbo S, der direkt zum Marktstart als Coupé (218.212 Euro) und als Cabrio (231.778 Euro) im Angebot ist.

In der Praxis überzeugt das neue Spitzenmodell der Elfer-Baureihe in allen Fahrdisziplinen. Das Handling ist mehr als beeindruckend. In engen Kehren legt der Elfer eine Dynamik an den Tag, die absolute Rennstrecken-Qualität zeigt. Auf Lastwechsel reagiert der Super-Elfer mit gelassener Ignoranz. Das gilt auch dann, wenn plötzlich Spur- oder Querrillen, Bodenwellen sowie ramponierte Fahrbahnabschnitte auftauchen. Im Stil einer Sportlimousine straft der Turbo S solche Widrigkeiten mit Nichtachtung. Parallel zur Leistungssteigerung des Motors verzögert der neue Top-Elfer nun mit der weiterentwickelten Keramikbremsanlage PCCB, die serienmäßig zum Einsatz kommt.

Optisch demonstriert der 911 Turbo S ebenfalls neue Größe. Über der Hinterachse misst der Wagen 1,90 Meter (plus 20 Millimeter), vorne beträgt das Wachstum 45 Millimeter auf jetzt 1,84 Meter. Die Front mit verbreiterten Lufteinlassöffnungen zeigt sich turbotypisch mit doppelten Bugleuchten und serienmäßigen LED-Matrixscheinwerfern mit dunklen Innenblenden.

Die Kombination aus Komfort und Sportlichkeit findet sich auch im Innenraum wieder. Volllederausstattung in Bi-Color und Zierleisten in Lightsilver mit Dekorblenden in Carbon sind ebenso generell vorhanden wie 18-Wege-Sportsitze, die Langstreckenkomfort und besten Seitenhalt bei dynamischer Fahrweise bieten. Das wird ohne Frage auch für den Turbo ohne S zutreffen. Der ist für den Herbst dieses Jahres angekündigt und wird vermutlich mit einer Leistung von 600 oder 610 PS anrollen. Wolfgang Schäffer

(amv/NV)