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Volvo XC40 T5 TwinEngine: Der neue Volvo wird unter Strom gesetzt

Volvo XC40 T5 TwinEngine : Der neue Volvo wird unter Strom gesetzt

Volvo fährt derzeit auf der Überholspur. Seit 2014 konnte der schwedische Autobauer auf dem hartumkämpften Premiummarkt seine Verkaufszahlen um rund 60 Prozent steigern. Die XC-Baureihen (XC40, XC60, XC90) trugen zu 63 Prozent an diesem Absatzrekord bei.

Nach dem Verzicht auf Dieselmotoren haben nun die Schweden mit der Plug-in-Version des Kompakt-SUV bereits ihr zehntes Steckermodell am Start.

Der Volvo XC40 T5 TwinEngine ist das erste Modell zum Aufladen, das über einen 1,5-Liter-Dreizylinder-Benzinmotor verfügt. Zu dessen Kraft von 180 PS und dem maximalen Drehmoment von 265 Newtonmetern (Nm) zwischen 1500 und 3000 Umdrehungen steuert der 82 PS starke Elektromotor noch einmal 160 Nm Drehmoment bei. Wenn nicht gerade emissionsfreies Fahren auf dem Programm steht, sorgt diese Kombination für Power beim Antritt oder bei Überholmanövern.

Allerdings schmilzt dann die elektrische Reichweite (maximal 50 Kilometer) wie Schnee in der Sonne. Nachgeladen wird der 10,7 Kilowattstunden Lithium-Ionen-Batterie in drei Stunden (16 Ampere), in fünf Stunden (zehn Ampere) oder in neun Stunden (sechs Ampere). Zudem versorgt der E-Motor den Akku mit der beim Rollen und Bremsen gewonnenen Energie. Das regenerative Bremssystem nutzt zur Rückgewinnung und Weiterleitung elektrischer Energie teilweise die Brake-by-Wire-Technik. Sie zeichnet sich gegenüber mechanischen Systemen durch ein geringeres Gewicht, eine höhere Reaktionsschnelligkeit sowie geringere Geräusche und Vibrationen aus. Inwiefern der ausschließlich als Fronttriebler lieferbare XC40 rein elektrisch oder mit einer Kombination aus Verbrenner und E-Aggregat unterwegs ist, hängt vom Ladezustand der Batterie und dem gewählten Fahrmodus ab.

Beim Start ist immer der Hybrid-Modus aktiviert, der automatisch die optimale Antriebsquelle wählt. Während es im wahrsten Sinne des Wortes „Pure“ in der gleichnamigen Einstellung bis maximal Tempo 125 rein elektrisch vorangeht, nutzt der Power-Modus alle Kräfte, die zur Verfügung stehen. Mit einem Druck auf die „Hold“-Taste auf dem zentralen Display wird der aktuelle Batterieladestand für eine spätere Nutzung aufgespart. Ein paar Kilometer Extraenergie für die Nutzung des kompakten SUV als Stromer liefert die Betätigung der „Charge“-Taste. Dann lädt der Benzinmotor die Batterie nach. So oder so erfolgt die Kraftübertragung über ein neu entwickeltes Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe mit Shift-by-Wire-Steuerung – reibungslos und für den Fahrer vollkommen unbemerkt.

Entspanntes Ankommen stand offenkundig beim Design des Fahrverhaltens ganz oben im Anforderungsprofil. Das Fahrverhalten präsentiert sich sicher, komfortabel und ist im besten Sinne neutral. Daran ändert bei der R-Modellvariante selbst das sogenannte Sportfahrwerk nichts, das bei gleichbleibender Bodenfreiheit über steifere Federn sowie Einrohrdämpfer an der Hinterachse mit schnellerem Ansprechverhalten verfügt.

Wird per Knopfdruck der Dynamik-Modus angesteuert, dann strafft sich der Wagen förmlich. Die Fahrwerksabstimmung wird spitzer, die Lenkung präziser. Und ebenfalls das Ansprechverhalten des Triebwerks zeigt sich direkter. Das Streben nach höheren Kurvengeschwindigkeiten überlässt man gleichwohl souverän süddeutschen Konkurrenten.

Tempo 205 nennt Volvo als Spitzengeschwindigkeit. Der Standardsprint aus dem Stand auf 100 Kilometer pro Stunde (km/h) wird mit 7,3 Sekunden beziffert. Der Verbrauch soll theoretisch bei 2,1 Litern (WLTP-Norm) liegen. Geschenkt. Im automobilen Alltag ist mit etwa 8,5 Litern zu rechnen. Gleichwohl können City-Cruiser und Pendler mit überschaubarem Fahrprofil durchaus vom Spartalent des Twin-Antriebs profitieren. Navigation und Regelelektronik unterstützen sie dabei, indem sie in Echtzeit aus Strecke, Verkehr und Topografie den effizientesten Antriebsmix zum Ziel berechnen.

Dank der kompakten Bauweise des Elektroantriebs geht den Passagieren so gut wie nichts vom Platzangebot in dem 4,42 Meter langen und komfortabel ausgestatteten Viertürer verloren. Das Ladevolumen des Kofferraums liegt wie in den konventionellen Antriebsvarianten bei 460 Litern.

Die Karosserie zeigt keine Ecken und Kanten mehr. Um bei so viel Verzicht auf schwedische Designtradition dennoch auf die Herkunft zu verweisen, lugt aus dem linken Spalt zwischen Motorhaube und Kotflügel eine kleine Plastikfahne des nordischen Königsreichs. Der Innenraum präsentiert sich klar und edel gestaltet. Was bedient, an- oder ausgeschaltet werden muss, erschließt sich ohne lange Lernphasen, der Smartphone-Technik sei Dank.

Tasten und Schalter konventionellen Zuschnitts sind Mangelware, ohne ein Mangel zu sein. Als Schaltzentrale und Herzstück des Bedien- und Infotainmentsystems dient der große hochformatige Touchscreen im Tablet-Stil, der im Zentrum der Armaturentafel thront.

Akzeptieren muss man für die Summe des Gebotenen den Fahrzeugpreis, der deutlich macht, dass sich Volvo selbstbewusst zu den Premiumhersteller zählt. Stehen für die Basis-Ausstattung des XC40 R-Design bereits 52.560 Euro in der Preisliste, summieren sich mit diversen Sound- und Assistenzsystemen schließlich 62.470 Euro für das Kompakt-SUV beisammen.

(AMV)