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Fahrbericht: Der Lexus UX 250h ist anders als Andere

Fahrbericht : Der Lexus UX 250h ist anders als Andere

Lexus will mit dem UX 250h all jene Individualisten ansprechen, die im florierenden Segment kompakter Crossover ein Auto fahren möchten, das nicht jeder fährt. Der Crossover hebt sich sowohl im Design als auch bei der Bedienung von seinen Mitbewerbern ab.

Bei der Gestaltung der 4,50 Meter langen Karosserie haben die Designer dem UX außergewöhnliche Details mitgegeben. Die Front wird von einem riesigen Kühlergrill dominiert, auf den die Kotflügel pfeilförmig zulaufen. Die darin integrierten zackig geformten LED-Scheinwerfer unterstreichen die außergewöhnliche Optik. Ebenso ungewöhnlich wie die fast eckigen Radhäuser ist das Heck. Die kantigen Rückleuchten, die ein durchgängiges Band verbindet, wirken wie aufgesetzt.

Die Kofferraumklappe ist hoch angesetzt. Das kleine Fenster zwischen den wuchtigen C-Säulen gibt einen ersten Hinweis, dass die Sicht nach hinten nicht allzu üppig ausfallen dürfte. Ebenso ist die Optik des Hecks schon ein erstes Indiz dafür, dass der Kofferraum eher klein ausfällt. 320 Liter Volumen sind in der Tat bescheiden und genügen gerade einmal für drei Getränkekisten. Die Ladekante mit 84 Zentimetern Höhe erweist sich als wenig rückenfreundlich und macht das Ein- und Ausladen zu einer kleineren Trainingseinheit für die Oberarme.

Überdies zeigen sich die Platzverhältnisse im Innenraum bescheidener als angesichts der Außenabmessungen gedacht. Irgendwie wirkt der Innenraum ein wenig beengt. Vorne sitzen Fahrer und Beifahrer zwar auf bequem geschnittenen und mit Veloursleder bezogenen Sitzen. Leider fehlt auf beiden eine Lordoseunterstützung. Die flach verlaufende Frontscheibe sowie der ausladende Armaturenträger mit der breiten Mittelkonsole lassen den Bauraum kleiner erscheinen als er tatsächlich ist. Während der Radstand mit 2,64 Metern noch so großzügig ausfällt, dass für Fondpassagiere ausreichend Kniefreiheit besteht, wird bei Personen über 1,80 Metern Körpergröße der Platz zwischen Scheitel und Dachhimmel schon dürftig. Da helfen selbst die relativ tief montierten Sitze im 1,54 Meter hohen UX nichts. Zumal die nach oben ansteigende Schulterlinie und die dadurch schmal ausfallenden Fenster das subjektive Gefühl von Enge verstärken.

Das sollte bei einem so genannten „Crossover“, also dem Vertreter der beiden Welten Kompakt-SUV und Kompaktlimousine, eigentlich so nicht sein. Auf der anderen Seite sorgen hochwertig wirkenden Materialien in Verbindung mit schönen Details wie einer analogen Uhr für eine moderne sowie aufgeräumte Atmosphäre an Bord. Die Instrumente sind auf den Fahrer ausgerichtet und bieten so manch ungewöhnliche Lösungen bei der Bedienung. Über ein zwischen den Sitzen angebrachtes Touchpad lassen sich unter anderem Klimatisierung oder Navigation steuern. Hier ist während der Fahrt etwas Treffsicherheit gefragt, um von einem Punkt zum anderen zu kommen. Zumal die Menüpunkte auf dem 10,3-Zoll Bildschirm über Lichtsignale angesteuert werden. Die Ablenkung des Blicks vom Straßenverkehr ist dementsprechend groß.

Ergonomisch zu loben ist indessen die Verlegung der Instrumente für die Steuerung der Audiosysteme ans Ende der – allerdings etwas zu hohen – Armauflage. Diese Position lässt die Finger recht genau an der Stelle eines Drehrades für die Lautstärkeregelung oder den Tasten für den Senderwechsel liegen. Was auf den ersten Blick merkwürdig erscheint, erweist sich schnell als eine intuitiv zu bedienende Lösung. Und noch zwei weitere Schalter befinden an einer ungewöhnlichen Position: Die Verstellung der Fahrwerksabstimmung und des ESP erfolgt über zwei Drehsteller, die hinter dem Lenkrad aus dem Gehäuse des Instrumententrägers herausragen.

Alles andere als ungewöhnlich ist für einen Lexus der Hybridantrieb. Im UX arbeitet ein neu entwickelter Vierzylinder-Benziner (152 PS) in Kombination mit einem 109 PS starken Elektromotor. Gemeinsam bringen sie es auf eine Systemleistung von 184 PS. Der Wechsel zwischen den beiden Systemen erfolgt ebenso unmerklich wie die Gangwechsel der stufenlos arbeitenden Automatik. Im normalen Fahrbetrieb sind die Arbeitsgeräusche von gar nicht bis kaum hörbar einzustufen. Das ändert sich jedoch bei starker Beschleunigung. Dann dreht der Benziner derart hoch, dass selbst in dem gut gedämmten Innenraum ein energischer, von einem surrenden Pfeifen begleiteter Ton zu hören ist.

Laut Datenblatt erreicht der UX 250h nach 8,5 Sekunden die Tempo-100-Marke. Das maximale Drehmoment gibt der japanische Hersteller mit 190 Newtonmetern (Nm) zwischen 4400 und 5200 Umdrehungen an. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 177 Kilometern in der Stunde erreicht. Auch daran ist abzulesen, dass der fahrwerksmäßig durchaus sportlich abgestimmte UX weniger die sportliche, denn die gelassene Fahrweise bevorzugt. Ruhig in der Stadt unterwegs oder über die Landstraßen cruisen, ist genau das Metier des kompakten Lexus. Und dann bleiben die Verbrauchswerte in einem Bereich von knapp unterhalb der Sechs-Liter-Marke. Laut WLTP-Norm ist der Wagen mit 4,3 Litern angegeben.

Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, ein Pre-Crash-Saftey-System sowie eine adaptive Geschwindigkeitsregelung gehören ebenso zur umfangreichen Serienausstattung der Launch Edition-Version wie Sitz- und Lenkradheizung, Rückfahrkamera, 17-Zoll-Leichtmetallräder oder der schlüssellose Zugang. Mit 40.650 Euro hat es jedoch auch seinen Preis, sich abseits des Mainstreams zu bewegen und dem automobilen Individualismus zu frönen.

(amv)