1. Leben
  2. Auto

Frankfurt: Der Kia Rio 1.4 CRDI Spirit: Klein und oho

Frankfurt : Der Kia Rio 1.4 CRDI Spirit: Klein und oho

Lange Zeit galten Kleinwagen als die Lösung für junge Fahrer mit schmalem Geldbeutel oder als Zweitwagen für die Stadt. Mittlerweile können Fahrzeuge in der Vier-Meter-Klasse so hochwertig und komfortabel ausgerüstet werden, dass sie durchaus das Zeug haben, als einziges Fortbewegungsmittel einer kleinen Familie in Frage zu kommen. Ein Trend, dem Kia mit dem Rio folgt.

Mit einer Länge von 4,07 Metern ist er in etwa so groß wie ein Opel Corsa oder ein VW Polo. Mit seinen kurzen Überhängen, der klar gezeichneten Karosserie samt Details wie den schmal geschnittenen Leuchteinheiten, die sich von der Doppelchromspange an der Front weit in die Seiten hineinziehen, steht der Rio durchaus schick und ansehnlich vor der Haustür.

Für einen Kleinwagen aber entscheidender ist das Platzangebot innen. Und hier übertrifft der kleine Kia-Vertreter selbst hoch gesteckte Erwartungen. Ein Radstand von 2,58 Metern ist der Grund dafür, dass selbst vier Erwachsene bequem reisen können. Bein-, Kopf und Ellbogenfreiheit sind für ein Fahrzeug dieser Klasse überraschend großzügig.

Dazu kommt ein Kofferraum, der mit 325 Litern das kleine Wochenendgepäck der Vier mühelos schluckt. Wird die hintere Rückenlehne vorgeklappt (60/40), stehen satte 980 Liter auf einer ebenen Fläche zur Verfügung. Ein herausnehmbarer Gepäckraumboden umgeht die ansonsten doch recht hohe Stufe hinter der Ladekante. Mit fast 72 Zentimetern ist die nicht wirklich niedrig.

Ziemlich hochwertig wirkt die Atmosphäre im Innenraum. Für einen Aufpreis von 490 Euro sind die langstreckentauglichen Sitze mit einem gut gemachten Kunstleder bezogen. Klavierlack und einige Chromleisten lenken geschickt von den Türverkleidungen in Hartplastik ab. Das Armaturenbrett präsentiert sich ebenso modern wie übersichtlich.

Einstiegspreis 11.690 Euro

Natürlich könnte der Sieben-Zoll-Touchscreen (in Verbindung mit der Navigation/590 Euro) etwas zum Fahrer gedreht sein, die Bedienung für die Klimaanlage etwas höher liegen oder die Tasten und Drehsteller eine präzisere Rückmeldung geben. Doch ergonomische Sünden dieser Art sind angesichts eines Rio-Einstiegspreises von 11.690 Euro zu verschmerzen. Schließlich lassen sich alle Funktionen intuitiv bedienen.

Das in der Höhe und Weite verstellbare Multifunktionslenkrad ist im Ausstattungsniveau Spirit mit echtem Leder bezogen und beheizbar. Die Flaschenhalter in den vier Türen sind vorne für 1,5-, hinten für 0,5-Liter-Flaschen geeignet. Diverse Ablagefächer sorgen für ausreichend Möglichkeiten, Handy, Schlüssel und anderen Krimskrams ordentlich zu verstauen. Alles Qualitäten, die den Rio rundum praxistauglich machen.

Wer in seinem Alltag mit dem Kleinwagen viele Kilometer unterwegs ist, der ist mit dem 90 PS starken Vierzylinder-Diesel (nur den gibt es in der Spirit-Ausstattung) gut beraten. Mit einem maximalen Drehmoment von 240 Newtonmetern zwischen 1500 und 2000 Umdrehungen stehen ausreichend Kraft bei Antritt und Beschleunigung zur Verfügung.

Erst ab 4000 Touren geht dem mit einem gut abgestimmten und leichtgängigen Sechsgang-Schaltgetriebe kombinierten Selbstzünder etwas die Puste aus - was man vor allem beim Wunsch nach Beschleunigung in höheren Geschwindigkeiten merkt. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 175 erreicht. Aus dem Stand erreicht die Tachonadel laut Kia die 100er-Marke in zwölf Sekunden.

Bremsenergie-Rückgewinnung

Den Normverbrauch beziffert der koreanische Hersteller mit 3,8 Litern. Im Alltag sind es dann eher um die fünf Liter, wenn penibel auf die Nutzung von Start-Stopp-Automatik und Bremsenergie-Rückgewinnung geachtet wird.

Wenn es ums Fahren geht, zeigt sich der Rio angenehm agil. Das Fahrwerk wurde tendenziell eher komfortabel abgestimmt. So verläuft die Fahrt über die Autobahn ohne großartige Störungen durch Schläge oder Querrillen. Wer sich von Kurvenfahrten keine großen Emotionen erwartet, sondern einfach nur geschmeidig vorankommen will, wird mit dem Kleinwagen ebenfalls gut bedient.

Gut bedient ist ebenso das Stichwort für die Ausstattung. Schon ab Werk sind unter anderem sechs Airbags, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber und ein Audio-System mit RDS- und MP3-Funktion, USB- und Aux-Anschluss, Multifunktionslenkrad, Bordcomputer sowie elektrisch einstellbare Außenspiegel mit an Bord.

Während sich die Assistenten dann noch auf Lichtsensor und Berganfahrhilfe beschränken, gehört in der Spirit-Ausstattung beispielsweise der autonome Notbremsassistent mit Fußgängererkennung zum Sicherheitspaket.

Abbiegelicht und Fernlichtassistent, Regensensor sowie Tempomat ergänzen das Paket. Weitere Ausstattungsmöglichkeiten, LED-Rückleuchten und ein schlüsselloser Zugang qualifizieren den in Südkorea gefertigten Wagen ebenfalls als Erstfahrzeug. Aber: bei einem Gesamtpreis von 25.030 Euro ist das dann wohl auch zu erwarten. Sabine Neumann

(amv)