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Hauptuntersuchung (HU): Der Code der Plakette

Hauptuntersuchung (HU) : Der Code der Plakette

Die Prüfplakette auf dem hinteren Nummernschild zeigt an, wann die nächste Hauptuntersuchung (HU) fällig wird. „Durch Farbcodes und Markierungen kann man auf einen Blick den Termin erkennen“, erläutert Karsten Graef von TÜV Süd in München. Ist beispielsweise das Prüfsiegel blau, steht noch in diesem Jahr die technische Sicherheitsprüfung an.

Jedes Jahr bekommt die Plakette eine andere Farbe. Insgesamt gibt es sechs verschiedene Farbtöne – Blau, Gelb, Braun, Rosa, Grün und Orange – die alle sechs Jahre in dieser Reihenfolge wiederholt werden. „Grundsätzlich wird die Plakette immer auf das hintere amtliche Kennzeichen geklebt und zwar so, dass die entsprechende Monatszahl in der Zwölf-Uhr-Position steht“, erläutert der TÜV Süd-Fachmann. Steht etwa die Sechs oben, muss das Auto bis Ende Juni vorgeführt werden. Die beiden schwarzen Balken am äußeren Rand der Plakette sind Hilfen zum schnellen Ablesen.

Die Balken befinden sich immer über der Zwölf. Dadurch, dass die Zahl des Prüfungsmonats immer oben steht, befinden sich die schnell erkennbaren Balken immer in entsprechenden Positionen. Steht beispielsweise die Sechs oben, dann befinden sich die Mitte des Balkens unten auf der Sechs-Uhr-Position. Anhand der Position der Balken kann man daher sehr schnell, teilweise sogar im Vorbeifahren erkennen, wann die HU fällig ist. Liegen beispielsweise die schwarzen Balken auf der rechten Seite, weiß jeder kontrollierende Polizist, dieses Auto muss in der ersten Jahreshälfte zur Prüfung. Linke Seite bedeutet zweite Jahreshälfte, unten heißt Sommerprüfung, oben Winterprüfung. Den Balken kann man also wie einen Stundenzeiger auf der Uhr lesen.

Neben der Farbe zeigt die Zahl in der Mitte der Plakette das Jahr an, in dem die nächste Überprüfung stattfinden muss. 22 etwa bedeutet, im Laufe des Jahres 2022. Der äußere Zahlenring von eins bis zwölf signalisiert, in welchem Monat die Prüfung fällig wird. Die Zahl, die auf der Plakette oben steht, gibt den konkreten Monat an.

Wann die Plakette erneuert werden muss, hängt von der Art des Fahrzeugs ab. So müssen Motorräder zum Beispiel alle zwei Jahre einer Prüforganisation vorgeführt werden, Taxen und Mietfahrzeuge jedes Jahr. Das Überziehen des „TÜV-Termins“ (Umgangssprache) ist eine Ordnungswidrigkeit. Ist die Frist für die nächste HU bereits um mehr als zwei Monate abgelaufen und das Auto im Straßenverkehr unterwegs, drohen 15 Euro Verwarnungsgeld. Zudem ist die Prüforganisation bei einem Verzug von mehr als zwei Monaten verpflichtet, eine erweiterte HU durchzuführen, bei der höhere Gebühren anfallen.

Technische Kontrollen wie hierzulande gibt es in der gesamten EU (Richtlinie 2014/45/EU). Bei Neufahrzeugen steht der erste Prüftermin zwischen zwei bis vier Jahren an. Jährliche Kontrollen für Fahrzeuge älter als zehn Jahre sind beispielsweise in Irland oder Spanien fällig. In Deutschland ist die HU seit dem 1. Dezember 1951 für Kraftfahrzeuge vorgeschrieben. 1960 übernahmen Sachverständigenorganisationen diese Aufgabe im staatlichen Auftrag. Mit den Kontrollen wird stichprobenartig überprüft, ob der Halter seinen Pflichten nachkommt und sein Fahrzeug in einem verkehrstauglichen Zustand hält. Ziel ist es damit die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Verantwortlich für die fristgerechte Vorführung zur HU ist der Fahrzeughalter.

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