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Ingolstadt: Der Audi Q5: Evolution statt Revolution

Ingolstadt : Der Audi Q5: Evolution statt Revolution

Man muss schon dreimal hinschauen, um den aktuellen Audi Q5 von seinem Vorgänger unterscheiden zu können. Bei der zweiten Generation des SUV-Bestsellers hat Audi die Erfolgsgene zwar behutsam, aber mit aller Konsequenz weiterentwickelt. Unternehmenstypisch ist der Q5 ultrasolide verarbeitet, präsentiert sich mit hochwertigen Oberflächen und Schaltern sowie zeitgemäßen Features.

Dank Benzindirekteinspritzung, Turboaufladung samt Ausgleichswellen gehört der Vierzylinder-Benziner (252 PS) zu den besonders souveränen Antrieben. Er schnurrt leise, liefert fast so viel Kraft wie ein vergleichbarer Diesel, gibt seine Leistung jedoch gleichmäßiger über den Drehzahlbereich verteilt ab. Das maximale Drehmoment (370 Newtonmeter) liegt zwischen 1600 und 4500 Umdrehungen an. Als Durchschnittsverbrauch sollte man je 100 Kilometer zehn Liter einkalkulieren. Aus dem Stand heraus beschleunigt das rund 1,8 Tonnen schwere Auto geschmeidig und zügig.

Die Siebengang-S-Tronic erledigt ihre Arbeit samtweich und zügig zugleich. Sie lässt sich in ihrer Arbeit ebenso elektronisch variieren wie die exakte Lenkung oder die Arbeit von Federn und Dämpfern, wobei man sich die Luftfederung (1950 Euro) gönnen sollte, trägt sie doch ungemein zum Komfortgefühl bei. Auf Landstraßen zeigt sich der Q5 als Musterknabe ohne Kapriolen. Auf niedrigen Reibwerten und bei abgeschaltetem ESP bereitet das jederzeit abrufbare leichte Übersteuern eine Menge Fahrspaß. Wer lässig im Verkehr mitschwimmen möchte, zwischendurch mal kraftvoll beschleunigen oder lange Autobahnetappen im Galopp absolvieren will, ist mit dem Volumen-Benziner gut bedient.

Head-up-Display

Vor dem Fahrer liegt ein aus dem A4 bekanntes Armaturenbrett. Wer mag und zahlt, bekommt einen bis zu 8,3 Zoll großen Bildschirm, zudem ein Head-up-Display sowie den schon bekannten Ersatz für ein klassisches Kombiinstrument in Form eines Displays. Das lässt sich in gewissen Grenzen konfigurieren, wobei die großflächige Anzeige der Navi-Karte dazu führt, dass Tacho und Drehzahlmesser sehr klein geraten. Das verbesserte Navi arbeitet vorausschauend, merkt sich Routen und kann Staus umfahren. Als angenehm erweisen sich rasch die frei belegbaren Favoritentasten und der Dreh-Drück-Steller mit seinem vergleichsweise großen Touchfeld.

Diverse Assistenten halten Abstand, folgen dem Vordermann und betätigen notfalls sogar die Bremse. Auch dies trägt zum entspannten Aufenthalt an Bord bei. Viel Wert hat Audi darauf gelegt, dass der Fahrer optimal positioniert ist. So sind Sitz, Multifunktionslenkrad und Bremspedal exakt in einer Linie angeordnet, was zu einer entspannten Haltung hinter dem Lenkrad beiträgt.

Knapp 52.000 Euro weist die Preisliste für den 2.0 TFSI aus, ohne Zubehör. Und wer mit dem Gebotenen noch nicht zufrieden ist, dem zeigt eine ellenlange Aufpreisliste, was es noch an Nützlichem oder Komfortablem gibt. Das macht dann im Fall des Testwagens unter dem Strich 75.900 Euro. Audis selbstbewusste Preisgestaltung dürfte allerdings kaum einen Q5-Interessenten vergrätzen - denn aus rein rationalen Gründen wird wohl niemand für den Kaufvertrag den Füller zücken. Vielmehr dürften Faszination für die Technik und feinsinnige Formgestaltung ins Gewicht fallen. Wer mag, kann ja kritisieren, dass der Q5 eben seinem erfolgreichen Vorgänger wie aus dem Gesicht geschnitten sieht.