Ferienmobile: Das richtige Winterquartier finden

Ferienmobile : Das richtige Winterquartier finden

Die Urlaubszeit ist vorbei. Für so manchen Besitzer eines Wohnmobils oder eines Wohnwagens stellt sich nun die Frage, wo er sein rollendes Feriendomizil bis zur nächsten Reise parkt.

„Grundsätzlich darf man sein Wohnmobil unbegrenzt lange auf Parkplätzen und öffentlichen Straßen abstellen, solange es nicht durch ein Schild verboten ist“, erläutert Karsten Graef von TÜV Süd in München. Dabei sind generell drei Kriterien zu beachten: Das Wohnmobil hat weniger als 7,5 Tonnen Gesamtgewicht, es ist zugelassen und trägt eine gültige HU-Plakette. Wichtig ist darüber hinaus, dass man keine Behinderung darstellt und beispielsweise keine Verkehrszeichen verdeckt, was allein durch die Größe des Reisemobils durchaus passieren kann. Ebenso bei Gehwegen muss man aufpassen. Nur Fahrzeuge mit einem Gewicht bis zu 2,8 Tonnen dürfen, wenn es durch ein Schild explizit erlaubt ist, halbseitig auf dem Gehsteig abgestellt werden. Da Halteverbotsschilder temporär aufgestellt werden können, sollte regelmäßig kontrolliert werden, ob das Fahrzeug noch regelkonform geparkt ist.

„Bei Caravans sieht das anders aus“, erläutert der TÜV Süd-Fachmann: „Ein abgekoppelter Wohnwagenanhänger darf gemäß der Straßenverkehrsordnung (Paragraf 12 Absatz 3b) nicht länger als zwei Wochen auf öffentlichen Straßen oder Parkplätzen geparkt werden.“ Das mobile Feriendomizil nach 14 Tagen um ein paar Meter zu verschieben, reicht nicht aus. Angekoppelt am Zugfahrzeug einen anderen Parkplatz in der Nebenstraße aufzusuchen, ist rein rechtlich betrachtet eine Alternative. Achtung: Am Stellplatz muss für ausreichend Beleuchtung beispielsweise durch eine Straßenlaterne gesorgt sein. Auch dies sieht die Straßenverkehrsordnung innerhalb von Ortschaften für Anhänger vor.

„Jenseits der rechtlichen Bestimmungen sollte man allerdings beachten, generell sind Ferienfahrzeuge, egal ob Wohnmobil oder Wohnwagen, als Dauerparker auf öffentlichen Straßen nicht gerne gesehen“, gibt der TÜV Süd-Fachmann zu bedenken: „Wer vorhat, über mehrere Wochen einen Pkw-Parkplatz in der Nachbarschaft zu besetzen, sollte sich nach Möglichkeit vorher mit den Anwohnern abstimmen, um Konflikte zu vermeiden.“

Um Problemen aus dem Weg zu gehen, rät Graef, „ob Caravan oder Reisemobil, langfristig empfiehlt sich ein separater Stellplatz.“ Vielerorts können Stellplätze erfahrungsgemäß ab monatlich etwa 20 Euro angemietet werden. Damit Fahrzeug und Anhänger vor ungebetenen Gästen ebenso wie vor beispielsweise Hagelschauern geschützt sind, empfiehlt sich bei der Wahl eines geeigneten Stellplatzes ein überdachtes Gelände mit festem Zaun und professionellem Tor.

Wer ein ausreichend großes Grundstück besitzt, kann sein Fahrzeug darauf abstellen. „Die Betonung liegt auf Abstellen“, erinnert Graef: „Wird der Caravan überwiegend ortsfest auf dem Grundstück genutzt, kann sich das Baurechtsamt einschalten und womöglich wird eine Genehmigung erforderlich.“

(amv)
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