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Dafür gibt es Punkte in Flensburg: Ab 8 Punkten Führerscheinentzug

Ab 8 Punkten droht Führerscheinentzug : Diese Verstöße bringen Punkte in Flensburg

Die Registrierung von Punkten gemäß Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) und Straßenverkehrsgesetz (StVG) erfolgt durch das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg. Das mehrstufige Punktesystem identifiziert Verkehrssünder und soll zur Verhaltensänderung beitragen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Seit am 1. Mai 2014 das neue Punktesystem in Kraft getreten ist, droht Verkehrsteilnehmern ab acht Punkten der Entzug der Fahrerlaubnis. Der Einfluss eines verkehrsrechtlichen Vergehens auf das Punktekonto hängt unmittelbar von der Gefährdung des Straßenverkehrs ab.

Vier Stufen warnen vor

Um Straßenverkehrsteilnehmer zu sensibilisieren, gehen einem potenziellen Führerscheinentzug stets Ermahnungen und Verwarnungen voraus. Um den Aufbau des Fahreignungsregisters, früher als Verkehrssünderkartei bekannt, und das damit verbundene Punktesystem zu veranschaulichen:

Vormerkung

1-3 Punkte: Verkehrssünder werden vorgemerkt, keine Benachrichtigung oder weitere Maßnahmen.

Ermahnung

4-5 Punkte: Hier wird eine Ermahnung (gebührenpflichtig) an die Punkteinhaber versandt. Es folgt der Hinweis, dass ein Punkt durch die Teilnahme an einem Fahreignungsseminar abgebaut werden kann. Dies ist nur bis fünf Punkte möglich. Die Teilnahme ist jedoch nur einmalig in einem Zeitraum von fünf Jahren erlaubt.

Foto: energepic.com / Pexels

Verwarnung

6-7 Punkte: Auch die schriftliche Verwarnung ist kostenpflichtig. Die Teilnahme an einem Fahreignungsseminar wird empfohlen. Punkte können bei diesem Punktestand nicht durch Seminare abgebaut werden.

Führerscheinentzug

8 Punkte: Ab acht Punkten wird die Fahrerlaubnis entzogen. Der Verkehrsteilnehmer wird als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen eingestuft. Bevor der Führerschein neu ausgestellt werden kann, ist eine Sperrfrist abzuwarten.

Gefährdung des Straßenverkehrs zieht Punkte nach sich

Ob ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) Punkte in Flensburg zur Folge hat, hängt von der Schwere des Vergehens ab. Die Verkehrssicherheit steht bei der Beurteilung stets im Fokus. Kommt es keiner unmittelbaren Gefährdung der Straßenverkehrssicherheit, löst dies lediglich eine Geldbuße durch eine Ordnungswidrigkeit aus.

Punkte folgen als Maßnahme erst bei schweren Ordnungswidrigkeiten (1 Punkt), groben Ordnungswidrigkeiten (2 Punkte), verkehrsrechtlichen Straftaten (2 Punkte) und Straftaten mit Fahrerlaubnisentzug (3 Punkte).

Einen Einblick in potenzielle Verstöße mit Punktevergabe gewährt folgende Liste:

  • Überhöhte Geschwindigkeit: Innerorts und Außerorts droht der erste Punkt ab einer überhöhten Geschwindigkeit von 21 km/h. Ab 26 km/h sind es bereits 3 Punkte.
  • Alkohol am Steuer: Der erste Verstoß gegen die Promillegrenze von 0,5 bringt Verkehrssündern zwei Punkte ein. Gleiches gilt für das zweite und dritte Vergehen. Kommt es durch den Alkoholeinfluss zu einer konkreten Gefährdung, steigt die Strafe auf drei Punkte. Hinzu kommen der Entzug des Führerscheins sowie eine Geld- oder Freiheitsstrafe.
  • Rote Ampel überfahren: Bei diesem Delikt müssen Fahrer mit einem Fahrverbot für einen Monat rechnen. Dies ist bereits der Fall, wenn die Ampel innerhalb einer Sekunde nach dem Umspringen auf Rot überfahren wurde und es zu einer Gefährdung oder gar Sachbeschädigung kommt.

In beiden Fällen steigt das Punktekonto in Flensburg um zwei Punkte und es wird ein Bußgeld in Höhe von 200 Euro beziehungsweise 240 Euro fällig. Wurde niemand direkt gefährdet, sind ein Punkt und 90 Euro Bußgeld die Folge. War die Ampel bereits länger als eine Sekunde rot, sind zwei Punkte zu erwarten.

Wie gefährlich das Überfahren roter Ampel sein kann, zeigt ein Unfall, der sich Ende November auf der Bundesstraße 56 ereignete. Ein 27-Jähriger missachtete eine rote Ampel und prallte mit einem anderen Fahrzeug zusammen, dessen Fahrzeugführer schwer verletzt wurde.

Weitere Informationen finden Sie z.B. in einem Online-Bußgeldrechner, der die Ermittlung potenzieller Konsequenzen bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung erlaubt und über die verschiedenen Delikte informiert.

Punktestand abfragen

Verkehrsteilnehmer, die sich über den aktuellen Stand ihres persönlichen Punktekontos informieren möchten, können dies über einen Antrag auf Auskunft aus dem Fahreignungsregister erledigen. Das entsprechende Formular lässt sich auf der Internetpräsenz des Kraftfahrt-Bundesamt kostenlos herunterladen, um es auszudrucken und ausgefüllt über den Postweg nach Flensburg zu senden. Die Beantragung ist für Antragssteller kostenlos und kann alternativ direkt online erfolgen.

Letztere Variante erfordert allerdings ein Kartenlesegerät, eine Software für den Computer und eine Online-Ausweisfunktion auf dem Personalausweis. Journalist und Fachbuchautor Jörg Schieb (unter anderem bekannt durch WDR, ARD und seinen Blog schieb.de) erklärt den Service des Kraftfahrtbundesamtes.

(vo)