Fahrraddiebstahl verhindern: Codierung und App helfen gegen den Fahrradklau

Fahrraddiebstahl verhindern : Codierung und App helfen gegen den Fahrradklau

Die Zahlen steigen: Hochwertige Zweiräder sind eine beliebte Beute von Dieben. Dagegen kann man etwas tun - angefangen mit dem richtigen Schloss bis zur App.

Der Fahrradklau geht um. Zweiräder sind beliebte Beute von Dieben, die es speziell auf Drahtesel abgesehen haben. 71.000 wurden 2018 alleine in NRW entwendet, 292.000 in ganz Deutschland. Das waren zwar weniger als im Vorjahr, dafür war aber der Schaden höher.

Kein Wunder: Räder, die heute gestohlen werden, sind meist immer die teueren. Zum einen, weil es sich um Pedelecs  handelt und zum anderen, weil die Ausstattung hochwertiger ist. Die Diebe sind bei Ihren Taten dreist. Der Einzeltäter geht mitten am Tag auf öffentlichen Plätzen mit einem Bolzenschneider vor und knackt einfache Spiralschlösser innerhalb von wenigen Sekunden. Auf der anderen Seite gibt es auch organisierte Banden, die zum Beispiel nachts mit Lkw unterwegs zehn bis zwanzig hochwertige Räder stehlen. In den letzten Jahren ist auch die Ausschlachtung von wertvollen Einzelteilen hinzugekommen. So gibt es Gruppen, die sich auf hydraulische Felgenbremsen und Scheibenbremsen spezialisiert haben. Nach der Demontage werden die Teile verkauft.

Mancher Radbesitzer macht es den Ganoven nicht schwer, weiß die Polizei. So werden hochwertige Fahrräder immer noch mit leichten Spiralschlössern gesichert. Das reicht nicht. Ein gutes Fahrradschloss sollte eine hohe Schutzklasse haben und mindestens 50 Euro kosten, rät ein erfahrener Polizist. Am sichersten sind Bügel- oder Faltschlösser, weil sie aus gehärtetem Stahl und dadurch sehr massiv sind. Danach kommen Kettenschlösser. Optimal sind sogar zwei Schlösser. Außerdem sollte man sein Fahrrad immer an einen festen Gegenstand anschließen, beispielsweise an einem Verkehrsschild oder idealerweise einem Fahrradständer.

Das Diebesgut wird häufig über das Internet weiterverkauft. Manchmal findet man sein geklautes Rad auch auf einem Flohmarkt wieder. Um sein Eigentum zu identifizieren ist die Rahmennummer wichtig, die man auf jeden Fall beim Kauf notieren und fotografieren sollte. Ist das Rad weg, sollte man umgehend den Diebstahl bei der Polizei anzeigen. Das geht auch online, der Gang zur Dienststelle wird nicht nötig sein. Dafür sind aber genügend Informationen über das Diebesgut nötig. Die Vorlage einer Strafanzeige ist wichtig, um von der Versicherung den Schaden ersetzt zu bekommen.

Fahndung europaweit

Mit der Rahmennummer kann das gestohlene Rad europaweit zur Fahndung ausgeschrieben werden. So haben auch die ausländische Polizisten die Möglichkeit zur Überprüfung von Rahmennummern, wenn beispielsweise ein Lkw mit Fahrrädern die Grenze überquert.

Heutzutage sind aber auch Fotos wichtig. Polizeibehörden haben eigene Social-Media-Kanäle auf denen Bilder von Diebesgut veröffentlicht werden können. Man kann sein Fahrrad auch mit kleinen farblichen Markierungen individualisieren oder etwas in den Rahmen ritzen. Sinnvoll ist auch eine Codierung, die von der Polizei oder von Radclubs durchgeführt wird.

Eine weitere und weitaus effektivere Möglichkeit ist der „Fahrradpass“ – eine kostenlose App, über die man Räder mit Bildern, Rahmennummern und Zubehör erfassen kann. Diesen Fahrradpass gibt es als kostenlose App für iPhones sowie Smartphones mit Android-Betriebssystem. Die Fahrradpass-App kann man kostenlos herunterladen. Es können damit alle Daten zur Identifizierung eines gestohlenen Fahrrads und für die Suche nach dem Eigentümer problemlos gespeichert werden.

Dazu gehören beispielsweise die Rahmen- und Codiernummer, Angaben zum Radtyp, Hersteller und Modell, eine genaue Beschreibung des Rads sowie Fotos. Darüber hinaus lassen sich die Angaben mehrerer Räder über die App problemlos verwalten. Alle Daten können zudem ausgedruckt oder per Mail im Textformat oder als PDF-Anhang verschickt werden. Liegen diese Informationen vor, kann ein sichergestelltes Fahrrad einfacher dem Besitzer zugeordnet werden.

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