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Bergisch-Gladbach: China bleibt Marktführer bei Elektromobilität

Bergisch-Gladbach : China bleibt Marktführer bei Elektromobilität

Die globale Elektromobilität wird weiter durch den Leitmarkt China bestimmt, der fortwährend wächst. Der Abstand zum zweitgrößten Markt, den USA, hat sich deutlich vergrößert. Im vergangenen Jahr wurden in China 777.000 E-Autos abgesetzt (New Energy Vehicles, einschließlich Brennstoffzelle, gewerbliche Fahrzeuge, Busse). Die E-Fahrzeugverkäufe konnten damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 53 Prozent gesteigert werden.

Die globale Elektromobilität wird weiter durch den Leitmarkt China bestimmt, der ein hohes Wachstum aufweist. Der Abstand zum zweitgrößten Markt, den USA, hat sich deutlich vergrößert. Im vergangenen Jahr wurden in China 777.000 E-Autos abgesetzt (New Energy Vehicles, einschließlich Brennstoffzelle, gewerbliche Fahrzeuge, Busse). Die E-Fahrzeugverkäufe konnten damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 53 Prozent gesteigert werden.

Blick ins Inneres eines SUV-Prototypen des Autobauers Byton. Foto: Kyodo

Wird beim Absatz zwischen Passenger Cars und Commercial Vehicles unterschieden, entfallen 579.000 beziehungsweise 198.000 Fahrzeuge auf die beiden Kategorien. Der Marktanteil von E-Fahrzeugen steigt auf 2,7 Prozent an den Neuzulassungen (2016: 1,8 Prozent). Insbesondere die Zahl der rein elektrisch betriebenen Fahrzeuge (BEVs) ist gestiegen und bleibt mit 652.000 Einheiten (84 Prozent) weit höher als die der Plug-In-Hybride (PHEV).

Sie erreichten mit 125.000 Einheiten (16 Prozent) ein Wachstum von 28 Prozent. Bei den Pkw sind es vor allem die kleinen, günstigen E-Fahrzeuge, die rasanten Absatz finden. Gleichzeitig steigt die Nachfrage an E-Busse und E-Nutzfahrzeugen nicht zuletzt durch staatlichen Druck auf die kommunalen Betriebe, wodurch die E-Mobilität immer mehr das Straßenbild prägt. Das ist das Ergebnis einer Studie des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach.

Nach Einschätzung von Studienleiter Stefan Bratzel setzt „China seine Rolle als globaler Taktgeber der E-Mobilität unbeirrt und mit zunehmender Dynamik fort. Maßgebend für diese Strategien ist dabei weniger die Luftreinhaltung. Vielmehr spielen industriepolitische Motive eine Hauptrolle wie die Unabhängigkeit von Ölimporten und die Herausbildung von global tätigen Automobilherstellern und Zulieferern mit Elektrokompetenz aus China.“

In Europa setzt Norwegen seine Sonderrolle fort und kommt nach dem Gesamtjahr auf mehr als 62.300 Elektrofahrzeuge (plus 39 Prozent). Dadurch steigt der Marktanteil von E-Fahrzeugen auf jetzt 39,3 Prozent an den Neuzulassungen (2016: 29,1 Prozent). Durch finanzielle Vorteile wie den Wegfall der Mehrwertsteuer, Importsteuer und Kfz-Steuer, sind Elektrofahrzeuge in Norwegen oftmals günstiger als das Pendant mit Verbrennungsmotor.

Die zunehmenden Diskussionen über Fahrverbote sorgen auch in Deutschland erstmalig für eine starke Belebung des E-Autoverkaufs. 2017 konnten 54.492 Elektrofahrzeuge (plus 117 Prozent) verkauft werden, wodurch sich der Marktanteil von 0,8 auf 1,6 Prozent verdoppelt. Deutlich stärker sind der Marktanalyse zufolge dabei die Verkäufe von Plug-In-Hybriden, die auf 29.436 (plus 114 Prozent) zulegen, während die reinen Elektrofahrzeuge auf 25.056 (plus 120 Prozent) Pkw ansteigen.

Von Januar bis zum 31. Dezember 2017 wurden insgesamt 46.897 Anträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt. Davon entfallen 19.664 Anträge auf Plug-In-Hybride und 27.217 auf BEVs. Die Hersteller mit den meisten gestellten Anträgen sind BMW, VW und Renault. Der Diesel erleidet dagegen 2017 einen deutlichen Absatzrückgang und kommt nur noch auf einen Marktanteil 38,8 Prozent (2016: 45,9 Prozent).

Die Elektromobilität wird nach Einschätzungen der Marktanalysten „in den nächsten zwei Jahren nur moderate Wachstumsraten in wichtigen Automobilmärkten realisieren können“. Allerdings rechnet das CAM auf Basis einer Szenarioanalyse mit einer deutlichen Steigerung der Marktdynamik zu Beginn der 2020er Jahre. Bratzel: „Ausschlaggebend sind die massiven Produktanstrengungen der Hersteller und das zu erwartende regulatorische Umfeld in zentralen Autoländern. Für Deutschland und die EU ist ab 2020 mit einem exponentiellen Anstieg des E-Autoabsatzes zu rechnen. Die derzeit vergleichsweise geringen Marktanteile sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein massiver Umbruch der Antriebstechnologien in den nächsten zehn, 15 Jahren bevorsteht.“

(amv)