München: BMW 3er: Die sechste Generation geht selbstbewusst an den Start

München: BMW 3er: Die sechste Generation geht selbstbewusst an den Start

Mehr als zwölf Millionen verkaufte Modelle seit der Markteinführung im Jahr 1975, 2,8 Millionen Stück allein aus der aktuellen Generation, die seit 2005 unterwegs ist - der 3er ist BMWs wichtigstes Pferd im Stall.

Der Mittelklasse-Sportler sorgt für ein Drittel des Konzernabsatzes. Als erfolgreichste Premium-Limousine der Welt bezeichnet man ihn in München gern. Solche Zahlen sind stolze Bilanz und Verpflichtung gleichermaßen. Denn der Erfolg von BMW hängt maßgeblich davon ab, dass der neue 3er, der ab 11. Februar 2012 weltweit bei den Händlern stehen wird, die Erfolgsgeschichte fortsetzt.

Bei der Premiere in München lässt Vorstandschef Norbert Reithofer keine Zweifel zu: „Der neue 3er hat die besten Voraussetzungen, um seine führende Marktposition weltweit auszubauen.”

Optisch zumindest wirkt die nunmehr sechste 3er Generation so, als könne sie die hohen Erwartungen lässig schultern: Die flach gezeichneten Doppelrundscheinwerfer mit LED-„Augenbrauen” sind nahe an die breite Niere herangerückt. Das sorgt für einen selbstbewussten Auftritt. Von der Seite bringt die stärker nach unten gezogene Nase mehr Dynamik. Die Verwandtschaft mit dem 5er ist unübersehbar.

Neun Zentimeter länger

Die gestrecktere Erscheinung kommt nicht von ungefähr: Im Vergleich zum Vorgänger ist der neue 3er in der Länge um gut neun Zentimeter auf 4,64 Meter gewachsen, dem Radstand kommen davon fünf Zentimeter zugute. Die Spurbreite wuchs vorn um 3,7, hinten um 4,7 Zentimeter.

Der Raumzuwachs im Innenraum bemisst sich allerdings im Millimeterbereich: 15 Millimeter mehr Knieraum zum Vordersitz und 8 Millimeter mehr Kopffreiheit sind es laut Datenblatt: Allzu groß gewachsen sollten die Fondpassagiere nach wie vor nicht sein.

Vorne dagegen herrscht - dem selbst gesetzten Anspruch entsprechend - Premiumatmosphäre bei Platzangebot, Materialien und Instrumentengestaltung. So sitzt das Navigationssystem jetzt mit der Anmutung eines Flachbildschirms frei oben auf der Armaturentafel.

Ab Herbst 2012 mit Hybrid-Technik

Die Markteinführung bestreitet BMW mit der Limousine, weitere Karrosserievarianten folgen später. Auch bei den Motorisierungen bleibt die Auswahl zunächst auf vier Triebwerke beschränkt, weitere sollen allerdings bereits im Verlauf des Frühjahrs 2012 folgen. Im Herbst desselben Jahres hält dann auch die Hybrid-Technik Einzug im 3er.

Einstiegsmodell ist der 320d mit 184 PS und 230 km/h Spitze. Am sparsamsten fährt es sich mit dem 320d Efficient Dynamics (163 PS). Er begnügt sich laut Werksangaben mit 4,1 Litern Diesel auf 100 Kilometern. Ähnliche Werte schaffte allerdings auch bereits das Vorgängermodell.

Von den Bemühungen der Entwickler um mehr Effizienz profitieren vor allem die beiden Benziner. So soll sich der 335i, ein Sechs-Zylinder-Turbo mit 306 PS, je nach Ausstattung zwischen 7,2 und 7,9 Liter auf 100 Kilometer genehmigen. Für den Vier-Zylinder-Turbo 328i mit 245 PS gibt BMW den Verbrauch mit 6,4 Litern an.

Dazu trägt unter anderem der Einsatz leichterer Materialien bei: Der neue 3er wiegt je nach Modell bis zu 40 Kilo weniger als der Vorgänger. Die Start-Stopp-Funktion ist serienmäßig, ebenso der neue sogenannte Fahrerlebnis-Schalter, der die Wahl zwischen vier verschiedenen Fahr-Modi erlaubt - nicht nur eine „Sport”-, sondern auch eine sparsame „Eco Pro”-Einstellung ist dabei.

Neu sind auch die drei Ausstattungslinien „Luxury Line”, „Sport Line” und „Modern Line”, eine Art Gesamtpaket für die Fahrzeugkonfiguration: So erkennt man den luxuriösen 3er am Chromzierrat rund um die Fenster, an Leder und edlen Hölzern bei der Innenausstattung. Der Sportler geht mit schwarzen Akzenten außen und rot leuchtenden Linien im Innenraum an den Start.

Die Preisliste beginnt bei 35.350 Euro für den 320d, der 335i kostet 43.600 Euro. Das ist etwas mehr als beim Vorgänger - und dabei wird es wohl auch nur in seltenen Fällen bleiben. Denn die Liste der Extras für mehr Komfort ist lang: Ein mehrfarbiges Head-Up-Display, das wichtige Informationen für den Fahrer auf die Windschutzscheibe projiziert, gehört ebenso dazu wie diverse Assistenzsysteme. Premium-Ambiente hat eben seinen Preis.

Mehr von Aachener Zeitung