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München: Bei Schneeketten das Tempolimit beachten

München : Bei Schneeketten das Tempolimit beachten

Schneeketten gehören immer an die angetriebenen Räder. Bei Autos mit Frontantrieb vorne, bei Hecktrieblern also an die Hinterräder. Bei Allradfahrzeugen bringt ein Blick in die Betriebsanleitung Montagesicherheit.

„Mit Schneeketten darf man nicht schneller als 50 Kilometer pro Stunde (km/h) fahren und sie ersetzen niemals die Winterbereifung“, warnt Eberhard Lang von TÜV Süd in München. Wer mit einem Wohnwagen Richtung Winterurlaub unterwegs ist, sollte für den Caravan ebenfalls Schneeketten mitnehmen. So bleibt der Anhänger besser in der Spur und bremsbar.

Bei Autos mit elektronischem Stabilitätsprogramm (ESP) empfiehlt es sich, diese Funktion - wenn möglich - während der Fahrt mit Ketten auszuschalten, um die Traktionswirkung zu steigern. „Die Räder müssen sogar durchdrehen, damit das Auto vorwärtskommt. Das ESP würde dem entgegenwirken und somit die Zugkraft schmälern“, erläutert Lang.

„Gebräuchliche Kettensysteme sind so ausgelegt, dass sie sowohl zum Einsatz im Tiefschnee als auch auf Matsch und Eis taugen“, weiß Lang. Wichtig bei der Anschaffung ist, auf die richtige Größe zu achten. Nur so ist gewährleistet, dass die Kettenglieder sicher am Reifen anliegen. Maßgeblich für die passende Winterhilfe ist die Dimension der Winterreifen.

„Empfehlenswert ist es, dass die Ketten gebräuchliche Qualitätsnormen (TÜV-/GS-Zeichen) erfüllen“, rät der TÜV Süd-Fachmann zudem. In Österreich müssen die Fahrhilfen auch den Vorschriften des Nachbarlandes entsprechen (ÖNORM). Wer entgegen der Hersteller-Bestimmungen Schneeketten anlegt oder falsche Reifendimensionen verwendet, riskiert Schäden an der Karosserie oder an der Radaufhängung. Achtung: An manchen Fahrzeugen können trotz Serienbereifung wegen zu enger Radkästen keine Schneeketten montiert werden.

„Zum Anlegen der Ketten einen ebenen Platz suchen, gegebenenfalls Warndreieck aufstellen“, skizziert der TÜV Süd-Fachmann das richtige Vorgehen für den Start in den Schnee: „Immer wieder wird der Fehler gemacht, die Ketten zu spät zu montieren.“ Steckt das Fahrzeug erst einmal fest, kommt Hektik auf. Womöglich wird sogar der Verkehr gestoppt. Nützlich für die Montageaktion sind eine wasserfeste Unterlage zum Hinknien und ein paar Arbeitshandschuhe.

Bei einigen Kettentypen muss das Rad nach dem Anlegen ein Stückchen weitergedreht werden, damit die Verschlüsse zu fixieren sind. „In jedem Fall empfiehlt es sich, nach 20, 30 Metern den Sitz der Ketten nochmals zu prüfen“, mahnt Lang und „darauf achten, dass nichts schleifen oder an Bauteile des Autos anschlagen kann.“ Und wer schon vor der Fahrt geübt hat, was er tun muss, kann dem Schnee ohne Aufregung entgegensehen.

Wird die Fahrbahn wieder schneefrei, müssen die Schneeketten alsbald abgenommen werden, erinnert der TÜV Süd-Fachmann: „Sie verschleißen sonst zu stark und strapazieren den Straßenbelag.“ Ob zur Zwischenlagerung bis zum nächsten Einsatz oder der Endlagerung im Frühjahr, immer sollten die Ketten mit lauwarmem Wasser gereinigt werden, danach trocknen und wieder verstauen.

(amv)