Bergisch Gladbach: Bei Dämmerung und Dunkelheit ist besondere Vorsicht angesagt

Bergisch Gladbach: Bei Dämmerung und Dunkelheit ist besondere Vorsicht angesagt

Beinahe ein Viertel aller Unfälle mit Fußgängern passiert bei Dämmerung, Dunkelheit und künstlicher Beleuchtung, sagt eine Analyse der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) in Bergisch Gladbach.

Marion Seidenberger vom österreichischen Autoclub ÖAMTC kennt den Grund: „Bei Dunkelheit nimmt die Leistungsfähigkeit des menschlichen Auges stark ab.“ Besonders gefährdet sind deshalb Fußgänger und Radfahrer. „Sind diese mit dunkler Kleidung unterwegs, werden sie von Fahrzeuglenkern erst aus sehr kurzer Entfernung von etwa 25 bis 30 Metern erkannt“, skizziert Marion Seidenberg die Gefahr.

Für Autofahrer reicht das oft nicht, um rechtzeitig zu reagieren und einen Unfall zu vermeiden. „Bei einer Geschwindigkeit von 50 Kilometer pro Stunde (km/h) und einem Anhalteweg von circa 40 Metern kann ein Autofahrer gar nicht mehr rechtzeitig stehenbleiben“, erklärt die ÖAMTC-Expertin. Fahrer können nur auf das reagieren, was sie rechtzeitig sehen.

Deshalb sollten sie ihr Tempo den Gegebenheiten anpassen. Aber auch Fußgänger und Radfahrer können ihren Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten. Je heller gekleidet sie unterwegs sind, desto besser und früher werden sie gesehen. Seidenberger appelliert an die Fußgänger, sich „sichtbar“ zu machen. Helle, kontrastreiche Kleidung sorge dafür, dass Personen bereits aus 40 bis 50 Metern erkannt werden.

Kleidung mit Reflexmaterial werde sogar schon aus einer Entfernung von 130 bis 160 Metern gesehen. „Es ist nicht nötig, sich von Kopf bis Fuß in Leuchtfarben zu kleiden“, meint die Fachfrau. Schon Accessoires wie ein heller Schal, eine helle Mütze oder eine helle Tasche können die Sichtbarkeit wesentlich verbessern. Reflexionsmaterialien sollten immer möglichst tief an der Kleidung angebracht werden - etwa an Beinen, Schuhen oder längeren Taschen.

Hier werden sie vom Abblendlicht der Autos früher erfasst. Zusätzlich zum Tragen heller oder reflektierender Kleidung sollten die schwachen Verkehrsteilnehmer in der dunklen Jahreszeit generell immer besondere Vorsicht an den Tag legen.

„Die Fahrbahn sollte möglichst nur bei Ampeln und Zebrastreifen gequert werden. Nach Möglichkeit sind helle, gut ausgeleuchtete Querungsstellen zu benutzen“, empfiehlt die Expertin. Sind keine Gehwege vorhanden, sollten Fußgänger immer links am Fahrbahnrand gehen. So werden entgegenkommende Fahrzeuglenker gesehen und es kann noch rechtzeitig ausgewichen werden.

(amv)
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