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Skoda Superb Combi Scout: Behutsam nachjustiert

Skoda Superb Combi Scout : Behutsam nachjustiert

Bei etwa 90 Prozent aller hierzulande verkauften Skoda Superb handelt es sich um die Kombiversion. Die ergänzt der Hersteller mit der Variante Scout. Silbern gefärbte Unterfahrschutzelemente vorn und hinten sowie graue Kunststoffplanken rundum verhelfen dem Combi (Schreibweise Skoda) zu einem robusteren Auftritt.

Zudem gönnt Skoda dem Scout ein Schlechtwegepaket mit 15 Millimetern mehr Bodenfreiheit und einem eher dünn ausgeführten Triebwerksschutz – hilfreich für jene, die gelegentlich zu einer Hütte in den Bergen oder auf Feldwege fahren. Doch Vorsicht: Die Bodenfreiheit beträgt nur 14 Zentimeter.

Das robustere Auftreten schlägt sich nicht in ruppigeren Umgangsformen nieder. Der Combi bleibt auch als Scout ein vorzüglicher Kombi. Für die Langstrecke empfiehlt sich, das adaptive Fahrwerk auf die Einstellung Comfort zu justieren. Der Superb ist nämlich mit seiner Offroad-Abstimmung grundsätzlich straff unterwegs. Erfolgt aber die Umstellung, erweist sich der Scout als angenehm komfortabel. Insgesamt federt und dämpft das in drei Modi verstellbare Adaptivfahrwerk gekonnt.

Das Verwöhnprogramm kostet allerdings 850 Euro extra und überhaupt lässt sich Skoda vieles, was das Fahren leichter, luxuriöser oder sicherer macht, zusätzlich bezahlen. So schlägt etwa der Spurhalte-&Spurwechsel-&Ausparkassistent mit 1020 Euro, die Alcantara-Lederausstattung mit 1480 Euro zu Buche. Gleichfalls neu an Bord ist ein virtuelles Cockpit (390 Euro), das sich bestens ablesen lässt und insbesondere mit eingeblendeter Karte als sehr hilfreich erweist. Per serienmäßigem SmartLink gelingt das Koppeln von Smartphones einfach.

Insgesamt ist die Zubehörliste lang sowie verführerisch und treibt den Grundpreis (46.150 Euro) auf stattliche rund 59.500 Euro für die Testwagenversion. Gleichwohl bleibt der Combi preiswert. Im Vergleich mit der Premium-Konkurrenz, bei der sich die Fahrzeugpreise mit ähnlicher Ausstattung locker der 75.000 Euro-Marke nähern, macht man geradezu ein Schnäppchen. Die bei Skoda erstmals eingesetzten sowie empfehlenswerten LED-Matrix-Scheinwerfer sind im Preis inbegriffen. Ebenso eine Klimaautomatik, Lenkrad- und Sitzheizung, ein schlüsselloser Zugang sowie eine elektrisch betriebene Heckklappe.

Vorne wie hinten offeriert der Skoda ein üppiges Raumangebot, dazu einen üppigen Laderaum (660 bis 1950 Liter). Eine auf der Ladefläche versetzbare Querstange erhöht den Praxisnutzen ebenso wie eine Kunststoffwanne im Unterbodenfach. Und viel mehr nützliche Detaillösungen, die im Alltag wirklich weiterhelfen, bietet wohl kaum einer.

Für standesgemäße Traktion sowie ordentlich Vortrieb sorgen in jedem Fall der permanente Allradantrieb sowie der 2.0-TDI-Motor gekoppelt einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Es arbeitet ruckarm. Der Wunsch nach manuellen Eingriffen kommt selten auf. Akustisch hält sich der Selbstzünder angenehm zurück, ebenso im Verbrauch. Im Schnitt zeigte der Bordcomputer knapp 7,5 Liter je 100 Kilometer. Selbst wenn der Superb voll beladen über die Autobahn gescheucht wird, steigt sein Diesel-Konsum nicht über neun Liter. Mit einem SCR-Kat und AdBlue-Einspritzung sowie einem Dieselpartikelfilter gibt sich der Selbstzünder zeitgemäß. Als Beschleunigungswert nennt Skoda acht Sekunden für den Sprint aus dem Stand auf Tempo; die Höchstgeschwindigkeit liegt demnach bei etwas über 220 Stundenkilometern.

Seine ehedem eher etwas konservativ gehaltene Optik hat der Combi abgelegt und präsentiert sich mit pointierten Chromverzierungen und diversen Blenden erfrischend zeitgemäß. Insgesamt hat Skoda den Superb behutsam optimiert und an kleinen, aber feinen Stellschrauben nachjustiert. Innen werten bessere Materialien den knapp 4,90 langen Kombi auf. Die Bedienung des knopflosen Systems erfordert anfangs Aufmerksamkeit, und dem elektronischen Erkennungssystem von Tempolimits sollte man nicht unbesehen trauen. In der Summe seiner Eigenschaften muss sich der Superb Combi Scout allenfalls einem Konkurrenten im eigenen Haus stellen, demKodiaq Scout.

(amv)