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München: Bahnübergänge: Schienenfahrzeuge haben Vorfahrt

München : Bahnübergänge: Schienenfahrzeuge haben Vorfahrt

Besonders unfallträchtig sind die rund 17.000 Bahnübergänge hierzulande nicht. Allerdings, „wenn es kracht, sind die Folgen aber meist schwerwiegend“, schildert Eberhard Lang von TÜV Süd in München seine Erfahrungen. Autofahrer sollten sich deshalb immer wieder das richtige Verhalten an solchen Gefahrenpunkten ins Gedächtnis rufen.

Straßenbauer und Eisenbahner nennen „niveaugleiche Kreuzung“, was in der Straßenverkehrsordnung (StVO) mit „Bahnübergang“ verständlicher formuliert ist. Der Paragraf 19 regelt das Verhalten. So haben „Schienenfahrzeuge“ praktisch generell Vorrang, selbst wenn beispielsweise an Feldwegen oder in Hafengebieten mal kein Andreaskreuz ihn signalisiert. Für die Wartepflicht braucht es weder Schranken, noch Rotlicht. Warten muss ein Auto nach dem Gesetz ebenfalls, wenn „ein Bahnbediensteter mit einer weiß-rot-weißen Fahne oder einer roten Leuchte Halt gebietet“, erinnert Eberhard Lang.

Das Andreaskreuz gibt nicht nur der Bahn die Vorfahrt. Wer vor ihm steht, bekommt eventuellen Schaden durch vorbeifahrende Züge von der Bahn ersetzt. Dazu gehören fliegender Schotter oder von Güterzügen herabfallende Gegenstände. Steht die Nase des Autos über das Schild oder eine Haltelinie hinaus, trifft den Autofahrer eine Mitschuld.

Bahngleise liegen oft selbst bei „niveaugleichen Übergängen“ leicht höher als die Straße. Deshalb stehen Autos davor leicht nach oben geneigt. „Dann leuchten die Scheinwerfer ebenfalls nach oben und blenden“, weiß Eberhard Lang. „Standlicht ist beim Warten vor dem Übergang die richtige Beleuchtung.“

An stark befahrenen Eisenbahnstrecken bilden sich oft Staus vor Bahnübergängen. Das gilt besonders, wenn sich kurz hinter Schranken oder Blinklicht noch eine normale Ampel befindet. „Es ist keine gute Idee, in den Bahnübergang einzufahren, wenn man darauf zu stehen kommen würde“, warnt der Experte. Im Zweifelsfall vor dem Andreaskreuz warten, zumal es die StVO auch so vorschreibt. Bahnübergänge sind nicht in jedem Fall von Kameras überwacht und die in aller Regel ferngesteuerten Schranken können sich schließen, selbst wenn noch ein Fahrzeug im Weg ist. Auf und vor Bahnübergängen schreiben die Verkehrsregeln „mäßige Geschwindigkeit“ vor. Zudem ist Überholen ab dem Schild zur Ankündigung verboten.

Es kommt selten vor, ist aber eine Horrorvision: Eine Motorpanne direkt auf dem Bahnübergang. Ein Trick für den Notfall bringt das Auto von den Gleisen. Gleichzeitig den Anlasser betätigen und im ersten oder Rückwärtsgang einkuppeln. Das bringt das Auto zumindest für ein paar Meter weiter oder zurück - aber der hilfreiche Trick funktioniert nur bei Fahrzeugen mit Schaltgetriebe.

(amv)