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Prognose: Autoindustrie vor „größten Herausforderungen“

Prognose : Autoindustrie vor „größten Herausforderungen“

Die Corona-Krise stellt nach Einschätzung von Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch-Gladbach, „die Automobilwirtschaft in Deutschland vor die in ihrer Geschichte bislang größten Herausforderungen“.

Die Stimulierung der Automobilnachfrage werde in den kommenden Wochen „das Kernproblem sein“. Die sich verschärfenden negativen ökonomischen Rahmenbedingungen führten „zu großer Unsicherheit und entsprechender Kaufzurückhaltung bei teuren Anschaffungen wie Automobilen“.

Durch die Corona-Pandemie wird der globale Automobilmarkt in diesem Jahr nach Berechnungen des CAM um 17 Prozent einbrechen. Insgesamt sinkt dem Basisszenario zufolge die weltweite Automobilnachfrage damit um circa 15 Millionen Pkw auf nur noch 68 Millionen Pkw und „wird in den größten Automobilmärkten zu erheblichen Verwerfungen führen“.

Im Basisszenario wird davon ausgegangen, dass einerseits die durch die Krise um das Coronavirus ausgelösten Hauptbelastungen, beispielsweise erheblichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens und damit auch der Automobilwirtschaft, auf eine Kernzeit von sechs bis acht Wochen in den jeweiligen Regionen begrenzt bleiben. Andererseits wird angenommen, dass die Automobilnachfrage durch verschiedene staatliche Anreizprogramme und zusätzliche Fördermaßnahmen angeregt wird. „Sollten diese Annahmen nicht zutreffen, wäre mit deutlich höheren Rückgängen der Pkw-Nachfrage zu rechnen“, befürchtet der Marktbeobachter.

Den Berechnungen zufolge ist in Europa mit einem Minus von 21 Prozent auf nur noch 12,5 Millionen Fahrzeugen zu rechnen, während in den USA die Nachfrage um drei Millionen auf dann 14 Millionen (minus 17 Prozent) sinken sollte. Der größte Automobilmarkt China würde dagegen um nur zehn Prozent auf 19 Millionen Pkw im Gesamtjahr 2020 sinken, wobei die chinesische Autonachfrage im Vergleich zum Höchststand im Jahr 2017 (24 Millionen) dann bereits um fünf Millionen Einheiten geschrumpft sein wird.

In Europa ist im März mit Absatzrückgängen um etwa 65 Prozent zu rechnen, wobei Italien (minus 85 Prozent), Frankreich (minus 72 Prozent) und Spanien (minus 69 Prozent) am stärksten betroffen sind. In den USA sind die Pkw-Absatzsätze im März 2020 um 39 Prozent gesunden. „Aufgrund der erst seit kurzem eingeleiteten Ausgangsbeschränkungen ist mit einem Höhepunkt des Markteinbruchs in den USA erst im April zu rechnen“, so Bratzel.

(amv)