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Auto-Abo als Alternative zu Kauf oder Leasing

Neues Modell : Auto-Abo als Alternative zu Kauf oder Leasing

Abonnements sind aus der Medienbranche kaum mehr wegzudenken. Mittlerweile werden diese aber auch in der Automobilbranche als Alternative zum Kauf und Leasing von Fahrzeugen immer beliebter.

Die Übertragbarkeit des Abo-Modells auf verschiedene Geschäftszweige scheint damit erwiesen. Im Vergleich zu bisherigen Arten des Fahrzeugerwerbs bestehen zwar Unterschiede. Aufgrund der unkomplizierten Gestaltung mit „All-Inclusive-Paketen“ ist das Prinzip schnell verstanden.

„All Inclusive“ bei Abonnements - Beispiel an einem Anbieter

Der größte Unterschied zu anderen Formen des Fahrzeugerwerbs besteht bei Abonnements in den der Einfachheit. Um es am Beispiel des Anbieters zu demonstrieren: Im monatlichen Preis inbegriffen sind Reifenwechsel, Instandhaltung, Steuern, Versicherungskosten und weitere Kosten mit Ausnahme des Tankens.

Beim Leasing wiederum werden je nach Vertrag z. B. die Werkstattkosten vom Fahrer selbst getragen. Da es laut Vertrag nur gestattet ist, in die Hersteller-Werkstätten zu fahren, kommen immense Kosten beim Leasing zustande. Obwohl das Abo-Modell im Kern - Fahrzeug nutzen gegen monatliche Gebühr - mit dem Leasing vergleichbar ist, bietet es mehrere zusätzliche Vorzüge.

  • Zahlweise monatlich, allerdings variieren die Laufzeiten: beim Leasing sind erst Laufzeiten ab zwei Jahren aufwärts möglich, die Abonnements beim Anbieter Cluno beginnen bei 6 Monaten
  • in Bezug zur monatlichen Gebühr sind im Abo-Paket meist mehr Jahreskilometer als beim Leasing enthalten; die günstigsten Pakete bei Cluno sind inklusive 15.000 Kilometern
  • Versicherung muss nicht wie beim Leasing selbst organisiert werden
  • Steuern werden durch den Anbieter abgeführt, wodurch weiterer bürokratischer Aufwand entfällt
  • Reifenwechsel und sonstige Instandhaltungskosten sind in der Abo-Gebühr enthalten; nur bei selbst verschuldeten Schäden ist eine eigene Zahlung erforderlich
BMW, VW und Co. zieren zunehmend das Portfolio der Abo-Anbieter. Foto: Pexels / Pixabay.com (CCO Public Domain)

Bis auf das Tanken werden alle Kosten über die Abo-Gebühr gedeckt. Ob Neu- oder Gebrauchtwagen spielt bei Cluno keine Rolle: Es werden sowohl Neuwagen als auch Gebrauchtwagen vermittelt. Er folgt dabei keinem Trend, sondern etabliert diesen.

Der Anbieter wirbt damit, dass es keine deutlichen Nachteile gegenüber Leasing oder der Finanzierung gibt, stattdessen die große Flexibilität ein hervorstechender Vorteil ist. Das Abo-Modell sei nicht mit Carsharing oder Kurzmieten zu vergleichen, weil der Aufwand geringer ist und das Fahrzeug, wie beim Leasing, nur von einem selbst gefahren wird.

Top-Marken sind ebenfalls vorhanden

Anfangs war es bei Fahrzeug-Abos noch üblich, dass ein begrenztes Fahrzeugangebot vorhanden war. Die meisten Marken aus dem Premium-Segment waren nicht verfügbar. Cluno bietet in diesem Bereich eine Grundauswahl und schließt eine Lücke, die im Abo-Geschäft für Autos bisher bestand. Fahrzeuge der Marken BMW, Ford, Opel und VW sind vorhanden. Regelmäßige attraktive Aktionen machen die Abos schmackhafter. Vor allem bei den Top-Marken scheint auf lukrative Angebote geachtet zu werden.

Zielgruppe für Abos breit

Die Zielgruppe für Fahrzeug-Abos ist breit gestreut, obwohl das Modell noch jung und einer geringeren Masse an potenziellen Interessenten bekannt ist. Vom Fahranfänger über Familien bis hin zu Businesskunden ist alles denkbar. Wichtig ist nur: keine Wenigfahrer. Wer selten mit seinem Fahrzeug fährt und das Minimum von 15.000 Kilometern deutlich unterschreitet, geht ein Geschäft ein, das aller Voraussicht nach teurer als die Finanzierung oder das Leasing ist - zumindest langfristig betrachtet. Aber kurzfristig betrachtet ist das Abo-Modell stets lukrativer, weil es eine hohe Flexibilität bietet:

  • Laufzeiten kürzer als beim Leasing und bei Finanzierungen
  • ebenfalls bei fast jedem Anbieter lassen sich die Fahrzeuge während des Abonnements wechseln

Fahranfänger und unsichere Kunden profitieren demnach vom Abo-Modell unter dem Gesichtspunkt, dass sie sich mehrmals durch verschiedene Fahrzeuge testen können, um das ideale Auto für die eigenen Zwecke zu entdecken. In Relation zum Leasing ist die Flexibilität der größte Mehrwert, in Bezug zum Kauf die geringen Kosten, weil nicht angezahlt werden muss und alle zwischendurch auftretenden Kosten bis auf das Tanken im monatlichen Preis enthalten sind. Fahranfänger erhalten auf diesem Wege einen einfachen Zugang zum ersten Wagen. Businesskunden können zuverlässig und ohne Überraschungen die Kosten kalkulieren sowie buchhalterisch notieren.

Ob das Abo-Modell für Personen, die regelmäßig fahren, auf die Dauer günstiger ist als der Fahrzeugkauf oder das Leasing, hängt von mehreren Faktoren ab, wozu u. a. die Häufigkeit der Reparaturen und Wartungen gehören. Auch die Wahl des Fahrzeugs spielt eine Rolle. Grundsätzlich gilt das Abo-Modell auf lange Sicht betrachtet als etwas teurer, aber das Ausmaß der sonstigen Vorteile wiegt dies in Augen vieler Kunden auf. Günstige Angebote für unter 400 Euro im Monat machen das flexible und jederzeit an die eigenen Bedürfnisse anpassbare Abo zu einer insgesamt für viele Personen lukrativen Option.

Wie kommt das Abo bei Fahrern an?

Eine innovative Linie fährt die Volvo-Tochter Polestar für E-Mobilität, deren Fahrzeuge nur im Abo erhältlich sind. Auf Nachfrage beim Polestar-Chef, wieso diese Eingrenzung auf Abos vorgenommen ist, wurde dessen Ansicht deutlich, Kunden würden mit zunehmender Zeit nicht Fahrzeuge kaufen wollen, sondern Mobilität. Es käme also nicht mehr auf den Besitz eines Fahrzeugs an, sondern auf die Möglichkeit zur Mobilität - flexibel und anpassbar an die eigenen Bedürfnisse.

Wie die Kunden das Abo-Modell auffassen, wurde u. a. in einem Artikel der ZEIT näher beleuchtet - mit folgenden Ergebnissen:

  • unter den Personen, die jünger als 30 Jahre sind, ist ein größerer Anteil (26 % zu 22 %) gegenüber den älteren Personen bereit, das Abo-Modell zu nutzen
  • Institute und Forscher führen dies auf die positiven Erfahrungen der jüngeren Generation mit Streaming-Angeboten gegen Abonnement zurück
  • 24 % der Befragten einer Marktforschung sind bereit, für die Einfachheit hinter dem Abo-Modell einen Aufpreis zu zahlen
  • 45 % der Befragten sind zu einem Aufpreis für die Wechselmöglichkeit zwischen verschiedenen Fahrzeugen bereit

Umfragen und Tendenzen zeigen, dass Personen sich immer seltener an eine Fahrzeuggröße, Antriebsart oder ein bestimmtes Modell binden wollen. Stattdessen ist ihnen die Flexibilität wichtig, weswegen sie das Abo als dankbare Option zum Fahrzeugerwerb auffassen. Der Kauf und das Leasing von Fahrzeugen hingegen werden unter Umständen seltener gefragt, aber nach wie vor relevant sein.

(vo)