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Jeep Renegade: Aufgefrischt und chic gemacht

Jeep Renegade : Aufgefrischt und chic gemacht

Wenn es eine Marke gibt, die als klassischer US-Hersteller gilt, dann ist dies wohl Jeep. Die Modellreihe Renegade steht dabei weniger für Ausfahrten in robustes Gelände, eher ist der urbanen Dschungel sein Habitat. Und dort schlägt er sich redlich.

Die unverkennbar kantige Form macht ihn übersichtlich. Mit einer Länge von rund 4,3 Metern wird die Parkplatzsuche zumeist erfolgreich. Der von 351 Liter auf knapp 1300 Liter erweiterbare Laderaum bietet Platz für jede Menge Toilettenpapier. Im aktuellen Modelljahr besitzt der Renegade eine neu gestaltete Front, die sich mit dem charakteristischen Kühlergrill mit den sieben Lüftungsschlitzen profiliert und der – ähnlich wie der des größeren Wrangler – im oberen Bereich leicht nach hinten geneigt ist. Jeep spricht von einer modernen Interpretation des ikonischen Grund-Designs.

Das meiste allerdings hat sich unter der Motorhaube getan. FiatChrysler setzt nun im Renegade einen neu-entwickelten kleinen Turbobenziner ein. Der 1,3-Liter-Vierzylinder leistet 150 PS sowie ein maximales Drehmoment von 270 Newtonmeter (Nm), portioniert von einem Doppelkupplungsgetriebe, das bei der Wahl nach dem richtigen Gang im Stadtverkehr schon mal zu leichten Verzögerungen neigt. Davon abgesehen reicht die Leistung des Renegade nicht nur für die Beschleunigungsansprüche, die mit 9,4 Sekunden aus dem Stand bis auf Tempo 100 absolviert werden, auch die Höchstgeschwindigkeit von knapp 200 Stundenkilometern ist ausreichend für alle Vorhaben (Werksangaben). Laut Bordcomputer muss man im Alltagsbetrieb einen Verbrauch von durchschnittlich 8,5 Liter einkalkulieren. Unterwegs belästigt der Renegade seine Insassen nicht mit einer übermäßigen Geräuschkulisse. Hier bleibt alles im Rahmen, sodass die aufwändige Musikanlage (Mehrpreis Navigation/Soundpaket 1690 Euro) eine echte Chance hat, ihre Leistungen auszuspielen.

Dem entspannten Fahrcharakter entspricht die Fahrwerksabstimmung. Gekonnt und sicher werden Passagen jeglicher Art absolviert, selbst grobe Unebenheiten weggefedert. Etwas mehr Feintuning könnte die in der Mittellage schwergängige und insgesamt ein bisschen indifferente Lenkung vertragen.

Innen präsentiert sich der Renegade robust dekoriert, angefangen von dem jeeptypischen Haltegriff auf der Beifahrerseite des Armaturenbretts bis hin zu den streng anmutenden Einfassungen der Rundinstrumente. Unterschiedlich große Ablagen gibt es einige für diversen Kleinkram. Beeindruckend die Kopffreiheit auf allen Plätzen. Die vorderen Sitze lassen sich für größere Passagiere ausreichend weit nach hinten schieben, ohne dass es im Fond kneift. Das Lenkrad ist in Tiefe und Neigung gut verstellbar. Hinten geht es der Fahrzeugklasse entsprechend zu, nicht verschwenderisch, aber ausreichend selbst für größere Ausflüge.

Im teildigitalisierten Cockpit dominiert ein 8,4-Zoll-Bildschirm. Die Anzahl an Schaltern und Bedienelementen wurde drastisch reduziert, was etwas Einübung erfordert. So findet sich die Steuerung der Sitzheizung beispielsweise in einem Untermenü auf dem Bildschirm. Die neue Generation des so genannten Uconnect-Multimediasystems integriert Apple Car Play sowie Android, integriert, kann sich also mit einem Smartphone koppeln und entsprechende Zusatzfunktionen bereitstellen. Zusätzlich beherrscht das System Sprachsteuerung und bietet eine Diktierfunktion für Kurznachrichten. Für das System gibt es eine zusätzliche Smartphone-App, die unter anderem Musik-Streaming aus dem Internet sowie einen News-Dienst integriert. Mit dem neuen Modelljahr ist bei allen Varianten des Jeep Renegade der digitale Radioempfang DAB+ serienmäßig.

Aufgerüstet hat Jeep den Renegade mit zeitgemäßen Assistenzsystemen. Serienmäßig gibt es nun einen Geschwindigkeitsassistenten mit Verkehrszeichenerkennung und Spurhalteassistenten, der auch korrigierend in die Lenkung eingreift und dabei durchaus forsch ans Werk geht. Dazu sind ein Park-Assistent im Angebot, ein Auffahrwarnsystem mit aktiver Notbremsfunktion, Totwinkel-Warner und mehr. Für Passagiere in Reihe zwei gibt es einen extra USB-Port.

Alles in allem zeigt der Jeep einen eigenen Charme. Das meistverkaufte Modell der Marke auf dem deutschen Automarkt trifft offensichtlich den Geschmack vieler, die hohen Wert auf eine individuelle Optik legen. Pfiffige Details im Innenraum, eine ordentlich Verarbeitung samt einem gutmütigen Fahrverhalten erleichtern die Wahl. Auch preislich zeigt sich der Renegade entgegenkommend. Mit einigen Extras weist die Preisliste für die Testwagen-Version 32.350 Euro aus, bei einem Basispreis von 28.600 Euro.