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Kraftstoff sparen und Nerven schonen: Audi vernetzt sich mit Ampeln in Düsseldorf

Kraftstoff sparen und Nerven schonen : Audi vernetzt sich mit Ampeln in Düsseldorf

Audi vernetzt nun auch in Düsseldorf Fahrzeuge mit den Ampelschaltungen. Am Firmensitz in Ingolstadt gibt es bereits diese Informationsaufbereitung.

Über Vehicle-to-Infrastructure-Kommunikation erhalten die Fahrer Informationen von rund 150 Ampeln ins Cockpit. So erhöht sich die Chance auf eine ,,Grüne Welle". Die Stadt will bis Frühsommer weitere Kreuzungen vernetzen, so dass etwa 450 der insgesamt rund 600 Signalanlagen mit eingebunden werden.

Die Audi-Ampelinformation teilt sich laut dem Unternehmen in zwei Funktionen: „Green Light Optimized Speed Advisory” (GLOSA) und „Time-to-Green“. GLOSA errechnet die optimale Geschwindigkeit für eine „Grüne Welle“. Zeigt die Funktion zum Beispiel das geltende Tempolimit, wird die nächste Ampel bei Grün erreicht. Der Fahrer muss nicht unnötig beschleunigen, schont seine Nerven und ist sicherer unterwegs. Weiterhin kann GLOSA vorschlagen, die Geschwindigkeit rund 250 Meter vor der Ampel schrittweise zu drosseln, damit der Fahrer und nachfolgende Autos pünktlich bei Grün an der Kreuzung ankommen. Das reduziert unökonomischen Stop-and-Go-Verkehr.

Lässt sich ein Stopp an einer roten Ampel nicht vermeiden, zählt ein Countdown die Sekunden bis zur nächsten Grünphase (Time-to-Green). Der Fahrer kann entspannt ausrollen und Kraftstoff sparen. Verschiedene Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Autofahrer dank vernetzter Ampeln effizienter in der Stadt unterwegs sind. Audi konnte den Spritverbrauch in einem Pilotprojekt um 15 Prozent Kraftstoff senken.

„Mit Audi Ampelinformation wollen wir den Komfort für den Fahrer verbessern, die Sicherheit im Verkehr erhöhen und einen vorausschauenden, ökonomischen Fahrstil fördern", erläutert Andre Hainzlmaier, Leiter Entwicklung Apps, Connected Services und Smart City bei Audi.

Audi und der Projektpartner Traffic Technology Services (TTS) haben einen komplexen Analyse-Algorithmus entwickelt, der aus drei Quellen genaue Prognosen errechnet: Dem jeweiligen Steuerprogramm der Signalanlage; den Echtzeitdaten vom Verkehrsrechner, einer Kombination aus Bewegungskameras, Detektorschleifen in der Straße, Bus- oder Tram-Anmeldungen und Fußgängerdrückern; sowie historischen Daten. Dabei verbessert sich der Prognose-Algorithmus kontinuierlich und lernt beispielsweise, wie sich das Verkehrsaufkommen morgens im Berufsverkehr verändert, oder mittags, wenn Kindergärten und Schulen schließen.

„Die Autos senden anonymisierte Daten der Ampelüberfahrten an ein Backend. Hier wird überprüft, ob die realen Ampelüberquerungen mit den Prognosedaten übereineinstimmen. Nur dann werden die Ampeln für die Anzeige im Auto freigegeben“, erklärt Hainzlmaier. Möglich sind zudem in Zukunft weitere Informationen zur Ampelinfrastruktur. Die Daten zeigen zum Beispiel, wenn Autos an einer bestimmten Kreuzung ungewöhnlich viele Stopps einlegen oder die durchschnittliche Wartezeit vergleichsweise hoch ist. „Wir aggregieren die Messwerte in Reports, die wir den Städten zur Verfügung stellen werden. Ampeln lassen sich dann effizienter schalten, der Verkehr fließt besser.“

Der V2I-Dienst Ampelinformation feierte 2016 in Las Vegas Premiere. Heute ist der Service an über 10.000 Kreuzungen in Nordamerika verfügbar, darunter gut 2000 in Manhattan/New York City und über 1600 rund um die US-Hauptstadt Washington D.C.

(amv)