Neuvorstellung: Audi RS Q8, ein Mondfahrer

Neuvorstellung : Audi RS Q8, ein Mondfahrer

Überragende Performance, sportlich-scharfes Design und Rekordträger: Audi Sport hat mit dem Edel-SUV RS Q8 einen Hochleistungssportler an die Spitze der Q-Baureihe katapultiert

Die Vorstellung des Baureihen-Flaggschiffs garniert Audi mit diversen Marketing-Spielereien. Etwa, gleich zweimal die Strecke von der Erde zum Mond und zurück habe der Audi RS Q8 vor der Markteinführung absolviert. Doch ein Mondfahrzeug ist das sportliche SUV trotz seines mächtigen Leistungsangebots gepaart mit der dynamisch-kraftvollen Optik wahrlich nicht. Audi-Sport-Geschäftsführer Oliver Hoffmann sieht das Auto stattdessen als „prestigeträchtige Speerspitze der RS-Familie“.

Zur marketing-mäßigen Schärfung trägt auch eine neue Bestzeit auf der Nürburgring Nordschleife bei, auf der 18.000 Kilometer im Dauerlauf absolviert wurden. „Renn- und Testfahrer Frank Stippler erzielte vor wenigen Wochen einen neuen Rundenrekord für Serien-SUV. „Die Zeit von 7:42:253 Minuten für die 20,832 Kilometer lange Strecke belegt die besondere Leistungsfähigkeit des Performance-SUV, seine enorme Beherrschbarkeit selbst im Grenzbereich und die optimale Abstimmung seiner Fahrwerkssysteme“, schwärmt Projektleiter Michael Barma.

Jenseits von Wortspielereien und Werbegeschwurbel, der RS Q8 (127.000 Euro) hinterlässt bei ersten Fahreindrücken schon einen Eindruck, der seinesgleichen sucht. Es ist schlichtweg ein Gedicht, wie sich das immerhin 5,01 Meter lange, 2,20 Meter breite, 1,71 Meter hohe und mindestens 2,4 Tonnen schwere SUV-Coupé um die Ecken bewegen lässt. Am Steuer entsteht fast das Gefühl, mit einem Kompakt-SUV unterwegs zu sein. Einen großen Anteil daran haben die sehr direkt reagierende Lenkung, die sich laut Audi Sport am Einsatz auf der Rennstrecke orientiert, sowie der serienmäßige Einsatz der Hinterradlenkung.

Die Lenkbewegungen lassen sich selbst bei schneller Kurvenhatz auf ein Minimum reduzieren. Die ebenfalls serienmäßige Luftfederung trägt nicht nur zu einer großen Spreizung von Komfort bis Sportlichkeit bei, sondern senkt mit zunehmender Geschwindigkeit die Karosserie automatisch schrittweise um bis zu vier Zentimeter im Vergleich zur Normallage ab. Der Luftwiderstand wird damit reduziert, die Fahrdynamik gesteigert.

Die wiederum erfährt ein weiteres Plus, wenn die optionale elektromechanische Wankstabilisierung an Bord ist. Seitenbewegungen der Karosserie sind dann selbst bei Richtungswechseln im rasanten Tempo passé.

Für die entsprechende temperamentvolle Fortbewegung garantiert der 4,0-V8-Twin Turbo mit seinen 600 PS und einem Drehmoment von satten 800 Newtonmetern. In 3,8 Sekunden sprintet der RS Q8 aus dem Stand auf Tempo 100 (Werksangaben). Da ist es nur gut, dass die Rückenlehnen der Sportsitze bestens gepolstert sind und somit den Passagieren den Anpressdruck etwas mildern. Mit dem optionalen Dynamikpaket plus wird die ansonsten auf 250 Kilometer pro Stunde begrenzte Höchstgeschwindigkeit auf 305 angehoben.

Wer häufiger das volle Leistungspotenzial des Triebwerks abruft, es also richtig krachen lässt, der kommt nicht umhin, den einen oder anderen Tankstopp mehr einzulegen. Dann rücken die Verbrauchsangaben auf dem Bordcomputer ganz schnell in Richtung 20 Liter. Gewicht, Karosserieform und Motor fordern eben ihren Tribut. Audi gibt den Normwert zwar mit 12,1 Litern an. Doch die dürften selbst bei überwiegend zurückhaltender Fahrweise kaum zu erreichen sein. Werte knapp unter der 15-Liter-Marke sind allerdings realistisch – selbst, wenn zwischenzeitlich am Steuer die Sportwagenfahrergene mal durchschlagen.

Zur technischen Ausrüstung des mit einer Achtstufen-Tiptronic (inklusive Launch Control) kombinierten Motors zählt ein Mild-Hybrid-System, grundsätzlich bereits von anderen Audi-Baureihen bekannt.

Bei der Gestaltung der Karosserie haben die Designer eine beeindruckende Mischung aus Sportlichkeit sowie Komfort und damit verbunden Alltagstauglichkeit geschaffen. Das Gesicht des RS Q8 ist geprägt von riesigen Lufteinlässen, die weit außen unter den serienmäßigen LED-Scheinwerfern (Matrix als Option) liegen. Dazwischen liegt der steil aufragende Grill im Wabenmuster. Die Radkästen sind vorne um zehn, hinten um fünf Millimeter breiter als beim herkömmlichen Q8. Das wirkt einerseits muskulöser, bietet auf der anderen Seite aber ausreichend Raum, um auf Wunsch 23-Zoll-Räder (22 Zoll in Serie) zu montieren.

Einen markanten Abschluss bilden das Heckleuchtenband und der RS-Dachkantenspoiler. Letzterer sorgt für Abtrieb an der Hinterachse und damit für eine ausgewogene Balance auch bei hohen Geschwindigkeiten. Die RS-spezifische Heckschürze mit einer Diffusor-Spange in schwarz Hochglanz und die RS-typischen ovalen Endrohre setzen ein weiteres sportliches Ausrufezeichen am Heck.

Im Innenraum informieren spezielle RS-Anzeigen unter anderem über Reifendruck, Reifentemperatur, Drehmoment, Leistung, Beschleunigung, Rundenzeiten und g-Beschleunigungskräfte. Der Fahrer kann zwischen der klassischen und einer Infotainment-Ansicht wählen – beide mit roten Grafik-Details. Serienmäßig hat der RS Q8 das Top-Infotainmentsystem MMI Navigation plus mit integriertem Audi Connect-Datenübertragungsmodul an Bord.

Platz gibt es reichlich. Die dreiteilige Rücksitzbank lässt sich serienmäßig um zehn Zentimeter längs verschieben. Große Staufächer und Ablagen, speziell in den Türen, rüsten das große SUV-Coupé für lange Strecken. Zusammengerechnet fassen sie ein Volumen von mehr als 14 Liter. 605 Liter passen standardmäßig in das Gepäckabteil, mit geklappten Lehnen sind es bis zu 1755 Liter. Die Heckklappe öffnet und schließt serienmäßig elektrisch. Dinge, die die Alltagstauglichkeit des Hochleistungssportlers betonen.

(amv)