Ingolstadt: Audi Q5 2.0: Evolution statt Revolution

Ingolstadt: Audi Q5 2.0: Evolution statt Revolution

Bei der zweiten Generation des Q5 hat Audi die Erfolgsgene seines Bestsellers zwar behutsam, aber mit aller Konsequenz weiterentwickelt. Die Veränderungen fallen erst auf den zweiten Blick auf. Unternehmenstypisch ist der Q5 ultrasolide verarbeitet, präsentiert sich mit hochwertigen Oberflächen und Schaltern sowie zeitgemäßen Features.

So vertraut das Äußere wirkt, an Details wie den exakt gezogenen Linien auf der Motorhaube, der markant geschwungenen Kante in der Seitenansicht oder einer neuen Scheinwerfergrafik lässt sich der neue Jahrgang letztlich doch erkennen. Elemente wie die übergreifende Motorhaube, die die C-Säule umfassende Kofferraumklappe oder die Windabweiser an der Heckscheibe sind zudem nicht nur schick. Sie tragen gemeinsam mit einer verbesserten Unterbodendämmung sowie Rückspiegel in einem neuen Design zu einer besseren Aerodynamik (cW-Wert 0,30), mithin auch zu mehr Ruhe im Innenraum bei.

Fondpassagiere dürfen sich über 16 Millimeter mehr Kopffreiheit sowie zehn Millimeter mehr Kniefreiheit freuen. Größere und geschickt gestaltete Türausschnitte machen den Ein- und Ausstieg komfortabler. Viel Wert hat Audi darauf gelegt, dass der Fahrer optimal positioniert ist. So sind Sitz, Multifunktionslenkrad und Bremspedal exakt in einer Linie angeordnet, was zu einer entspannten Haltung hinter dem Lenkrad beiträgt. Außerdem bietet der Q5 eine höhen- und längsverstellbare Mittelarmlehne. Vom konfigurierbaren Digital-Cockpit über den freistehenden 12,3-Zoll-Bildschirm in der Mitte bis zur MMI-Bedienung mit Drehdrück-Steller, Tasten und einem Touchpad verwöhnt der Audi Fahrer wie Beifahrer. Gegen Aufpreise gibt es im Q5 noch mehr Technik, von Head-up-Display über die B&O-Anlage mit 3D-Sound (16 Kanäle, 19 Lautsprecher, 755 Watt), ein LTE-Modul bis zur Kopplung von bis zu acht Mobiltelefonen an den internen WLAN-Hotspot.

Hinzu kommen diverse elektronische Aufpasser. Serienmäßig dabei: Der Kollisionswarner Pre Sense. Er beobachtet bis zu Tempo 85 per Kamera die Straße, erkennt Fahrzeuge und Fußgänger. Droht ein Crash, warnt es den Fahrer und leitet im Notfall sogar eine Vollbremsung ein. Einen weiteren Griff ins Portemonnaie verlangt hingegen die Aufrüstung mit dem Stau-Assistenten als Teil des Abstandsregeltempomaten, der bis 65 Kilometer pro Stunde (km/h) mit sanften Lenkeingriffen Vorausfahrenden folgt.

Zehn Liter Volumen mehr bietet nun das Gepäckabteil (610 Liter) hinter der weitaufschwingenden, optional elektrisch bedienbaren Klappe. Optional ist ebenfalls die im Verhältnis 40:20:40 geteilte Rückbank. Die Lehnenneigung lässt sich in drei Stufen verstellen. Klappt man die Lehnen um, stehen 1550 Liter Laderaum zur Verfügung. Allerdings ist die Ladefläche nicht ganz eben.

Der aufgeladenen Zweiliter-Benziner erweist sich als angenehme Kraftquelle. Der laufruhige Motor arbeitet im grundsätzlich ausgezeichnet gedämmten Q5 sehr leise. Mit 252 PS sprintet der Q5 in 6,3 Sekunden von null auf 100 km/h (Werksangabe) und als Verbrauch darf man 8,5 Liter je 100 Kilometer veranschlagen. Laut Audi trägt das weiterentwickelte Start-Stopp-System, dass bereits beim Ausrollen frühzeitig den Motor abschaltet, spürbar dazu bei, den Verbrauch reduzieren. Die Siebengang-S-Tronic lässt sich in ihrer Arbeit ebenso elektronisch variieren wie die exakte Lenkung oder die Arbeit von Federn und Dämpfern.

Knapp 52.000 Euro weist die Preisliste für den 2.0 TFSI aus, ohne Zubehör. Und wer mit dem Gebotenen noch nicht zufrieden ist, dem zeigt eine ellenlange Aufpreisliste, was es noch zusätzlich an Nützlichem oder Komfortablem gibt - macht in Fall des Testwagens dann unter dem Strich 75.900 Euro. Doch das dürfte kaum einen Q5-Interessenten stören - denn aus rein rationalen Gründen wird wohl niemand beim Kaufvertrag den Füller zücken. Vielmehr dürften Faszination für die Technik und feinsinnige Formgestaltung ins Gewicht fallen.

(amv)