Ingolstadt: Audi Q3: Mehr als nur Makeup

Ingolstadt: Audi Q3: Mehr als nur Makeup

Kleinere Retuschen außen, aber jede Menge Neues unterm Blech: Die neuen Modelle Audi Q3 und RS Q3 sind nicht nur in ihrem Design aufgefrischt, sondern warten mit einer Vielzahl an technischen Neuheiten auf, beschreibt Michael Zeilinger, technischer Projektleiter, die Renovierungsarbeiten an dem Kompakt-SUV.

Auf den ersten Blick hat sich äußerlich wenig getan bei dem 4,39 Meter langen Q3, der weiterhin mit Front- oder Allradantrieb, mit Schaltung oder Doppelkupplungsgetriebe angeboten wird. Ein veränderter Kühlergrill und etwas schmaler gezeichnete Scheinwerfern lassen die Front breiter und damit kraftvoller wirken. Im geräumigen Passagierabteil - Kofferraumvolumen 460 bis 1.365 Liter - gibt es ebenfalls keine augenfälligen Änderungen. Ein paar Chromverzierungen mehr und eine zurückhaltender gestaltete Schaltfläche im Armaturenträger fallen aber positiv auf.

Die entscheidenden Neuheiten sind erst beim Fahren zu spüren. Da ist zum einen das auf mehr Komfort getrimmte Fahrwerk. Damit reagiert Audi auf die Kritik einer Vielzahl von Kunden, die die bisherige Abstimmung als zu straff empfanden. Dementsprechend gleitet der Q3 nun merklich sanfter über die Straße. Federung und Dämpfung sind so verändert, dass Stöße und Schläge von der Fahrbahn von den Passagieren kaum noch wahrgenommen werden. Feiner justiert wurde zudem das ESP. Es greift nun bei Bedarf noch schneller und unauffälliger ein.

Kräftig Hand angelegt haben die Techniker bei den Motoren. Wie die Benziner schaffen jetzt auch alle Diesel die EU6-Norm. Einen entscheidenden Beitrag dazu liefert die integrierte Harnstoffeinspritzung. Das Befüllen des kleinen Zusatztanks, dessen Inhalt für etwa 9000 Kilometer Laufleistung reicht, gestaltet sich problemlos durch einen Zugang hinter der Tankklappe.

Audi bietet den Zweiliter-TDI in zwei Leistungsstufen (150 PS/184 PS) an. Dabei gibt es die Einstiegsversion in der besonders sparsamen Ultra-Variante, die mit einem Normverbrauch von lediglich 4,4 Litern (CO2-Ausstoß 114 Gramm) angeben ist. Der mit einem Sechsgang-Getriebe kombinierte Selbstzünder läuft leise und sorgt mit seinem Drehmoment von 340 Newtonmetern (Nm) in allen Tempobereichen für satten Durchzug. Bei den Benzinern gibt es den 150 PS starken 1,4-Liter-TFSI generell mit Zylinderabschaltung, um möglichst günstige Verbrauchswerte zu ermöglichen.

Die sollten bei Verkaufsüberlegungen zum Zweiliter-TFSI-quattro mit 220 PS und dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (S-Tronic) nicht unbedingt im Vordergrund stehen. Hier geht es eher um sportliche Fortbewegung, auch wenn der Normverbrauch 6,7 Liter betragen soll. Wer sich für dieses Aggregat entscheidet, wird den Gasfuß nicht unbedingt immer zügeln wollen. Aufgrund der Triebwerksüberarbeitungen spricht Audi von Verbrauchseinsparungen von bis zu 17 Prozent bei gleichzeitiger Leistungssteigerung von bis zu zehn Prozent für die Q3-Modellpalette.

Wenn es um mehr Leistung geht, dann kommt der RS Q3 ins Spiel. Mit jetzt 340 PS haben die Ingenieure dem 2,5-Liter-Fünfzylinder-TFSI 30 PS mehr spendiert. Das Drehmoment ist um 30 auf nun 450 Nm gewachsen. So sprintet der Muskelprotz (Siebengang-S-Tronic und quattro-Antrieb in Serie) nicht nur vehement aus dem Stand los, sondern zeigt in allen anderen Tempobereichen ein enormes Potenzial mit kraftvollem Durchzug. Und das mit einem nochmals kernigeren Sound im Vergleich zum Vorgänger. „Eine Inszenierung des Fünf-Zylinders“, nennt das Matthias Nöthling, Projektleiter der Baureihe.

Wer sich so in Szene setzen will, muss allerdings kräftig in die Tasche greifen. 56.600 Euro kostet der - dann aber bereits gut ausgestattete - Kraftmeier. Der Einstieg in die Q3-Welt indessen ist mit 29.600 Euro (1,4-Liter-Benziner-Ultra/Basis-Diesel 32.000 Euro) erheblich günstiger. Aber dann ist da noch die verführerische Liste an Zusatzausstattungen. Wer sich an der Vielzahl von Assistenzsystemen und anderen Extras bedient, kommt problemlos in Preisregionen, in denen der RS Q3 startet.

(amv)