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Valencia: Audi A8 (2017): In der vierten Generation seine Fußsohlen massieren lassen

Valencia : Audi A8 (2017): In der vierten Generation seine Fußsohlen massieren lassen

Mit der vierten Generation ihres Flaggschiffes A8 will Audi das Versprechen aus seinem Markenclaim „Vorsprung durch Technik“ wieder voll einlösen. Entsprechend wurde das Flaggschiff mit viel neuer Technik aufgerüstet. Zudem gibt es einen Luxus, den nicht einmal die First Class eines Flugzeugs bietet.

Wer in der Langversion des neuen Audi A8 auf dem optional erhältlichen Ruhesitz hinten rechts reist, der kann sich auf einer Fußablage seine Fußsohlen wärmen und massieren lassen. Trotz weiterer luxuriöser Ausstattungsdetails auf diesem Verwöhnplatz - etwa Sitzbelüftung und Massagefunktion, Vierzonen-Komfortklimaautomatik, eine spezielle Entertainment-Einheit samt Audi Tablets, 230 Volt-Steckdose und LED-Leseleuchten (Paketpreis 12.345 Euro) - ist es aber ist mindestens ebenso reizvoll, das Lenkrad des Audi-Flaggschiffs selbst in die Hand zu nehmen.

Mit einem neuen Bedienkonzept schlägt Audi ein neues Kapitel auf. Im Zentrum liegt dabei ein 10,1-Zoll-Touch-Display. Tasten und Schalter sind auf ein Minimum reduziert. Der bekannte Dreh-Drücksteller ist verschwunden. Über das leicht erreichbare, gut im Blick liegende Display wird das Infotainmentsystem samt Navigation bedient. Klimaanlage sowie einige andere Komfortfunktionen werden von einem zweiten Touch-Display aus gesteuert.

Das ist allerdings tief und damit weitab von der Blickrichtung auf die Straße platziert. Ein kleines Manko. Doch die meisten Einstellungen sind entweder per Tasten am Lenkrad oder durch Spracheingabe möglich. Das System versteht viele Formulierungen aus dem alltäglichen Sprachgebrauch und kann einen Dialog mit dem Fahrer führen.

Kommandos und Fragen beantwortet die Sprachbedienung auf zwei Wegen: aus den onboard-gespeicherten Informationen über bevorzugte Ziele und Medien oder aus der Cloud. Die Online-Informationen sind meist umfassender, die Onboard-Infos dafür extrem schnell und sicher verfügbar selbst an Orten, an denen es kein Mobilfunknetz gibt.

Kleiner Wendekreis

Am Steuer des A8 ist schon nach wenigen Metern zu spüren, dass der Wagen an Agilität zugelegt hat. Vor allem, wenn die Allradlenkung (1.950 Euro) installiert ist. Dann spurt die im Vergleich zum Vorgänger um vier Zentimeter auf 5,17 Meter (A8L jetzt 5,30 Meter) gewachsene Limousine dynamisch durch die Kurven.

Gleichwohl bringt das System Vorteile im engen Stadtverkehr, da der Wendekreis damit sowohl in der normalen als auch der Langversion um etwa einen Meter kleiner ist als zuvor. Der generell verbaute Allradantrieb, die direkte Lenkung, fein abgestimmte Federung und Dämpfung tragen ebenso dazu bei, dass Audis Spitzenmodell überaus komfortabel über die Straßen rollt, bei Bedarf aber durchaus sportlich bewegt werden kann.

Dafür sorgen auch die beiden zum Start angeboten V6-Turbomotoren: Der Dreiliter-TDI (286 PS/Normverbrauch 5,8 Liter/Preis: ab 90.600 Euro) sowie der extrem laufruhige und durchzugsstarke Dreiliter TFSI (340 PS/Preis: 93.500 Euro). Bei ersten Fahreindrücken mit diesem Triebwerk wies der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 10,9 Litern (laut Norm 7,8) aus. Später folgen mit dem Vierliter-TDI (435 PS) und dem Vierliter-TFSI (460 PS) zwei Achtzylinder. Darüber hinaus wird es - wie bislang - einen V12 mit sechs Litern Hubraum und 585 PS für den A8L geben.

Start-Stopp-Betrieb

Kombiniert sind alle Motoren mit einer Achtstufen-Tiptronic und Mild-Hybrid-Technologie, die auf einem 48-Volt-Hauptbordnetz basiert. Dank der höheren Spannung des Antriebssystems kann der neue A8 zwischen Tempo 55 und 160 segeln. Bis zu 40 Sekunden ist das Auto so mit ausgeschaltetem Motor emissionsfrei unterwegs. Zudem setzt der Start-Stopp-Betrieb bereits bei 22 Kilometern pro Stunde ein. Das Netz speist sich über einen Riemen-Starter-Generator. Als Speicher dient eine Lithium-Ionen-Batterie.

Optisch präsentiert sich das erste von Chefdesigner Marc Lichte entworfene Modell mit einem markanteren Gesicht. Der steil stehende Kühlergrill wirkt mächtig. Die schmal gezeichneten Scheinwerfer lassen die Front breiter erscheinen. Am Heck schafft das ein Lichtband, dass die beiden Rückleuchten miteinander verbindet. Das coupéhaft geschnittene Dach mit einer extrem schräg stehenden Heckscheibe unterstreicht die sportliche Note.

Als weiteres Luxus-Gimmick hat Audi dem A8 serienmäßig elektrische Türöffner mit auf den Weg gegeben. Damit reicht außen und innen ein leiser Druck, um das Schloss zu entriegeln. Die Frage ist nur, ob man das tatsächlich möchte, wenn die Füße gerade so schön gewärmt und massiert werden.