München: Auch für bekannte Routen das Navi nutzen

München: Auch für bekannte Routen das Navi nutzen

Für Autofahrer ist die kürzeste Route nicht unbedingt die wirtschaftlichste Strecke. Staus oder Ampel können einem das Vorwärtskommen erschweren, und in den meisten Fällen bedeutet dies, dass der Spritverbrauch steigt.

Abhilfe schafft moderne Elektronik: Navigationsgeräte errechnen die ökonomischste und ökologischste Strecke. „Viele Hersteller bieten dazu einen Öko-Modus an", weiß Vincenzo Luca von TÜV Süd in München. „Wer sein Navi häufig benutzt, spart. Das gilt selbst für die Nutzung auf täglich befahrenen Strecken", betont Martin Grzebellus vom Navigationsdienstleister NavCert, Partner der TÜV Süd Gruppe.

Es lohne sich durchaus, für bekannte Routen das Navi zu nutzen, um immer aktuelle Verkehrsinformationen zu haben. Falsche Navigation ist oft Einstellungssache. Wichtig ist, „kürzere Zeit" oder „geringen Kraftstoffverbrauch" in der Routenführung zu wählen - und nicht „kürzeste Strecke", sagt Grzebellus: „Manchmal schlagen Geräte eine zwei Stunden längere Fahrzeit vor, um zehn Kilometer Weg zu sparen." Neben Streckenlänge und -profil zählt für die Wirtschaftlichkeit vor allem das Verkehrsaufkommen.

Besonders schlecht für die Bilanz sind Staus: Wenn der Verkehr ins Stocken gerät, steigt der Verbrauch im Schnitt um bis zu 20 Prozent. Bei durchschnittlich 60 Stunden jährlichem Stauaufenthalt summiert sich der sinnlose Spritverbrauch hierzulande auf beinahe 300 Millionen Liter Sprit. Umweltbelastung: mehr als 700.000 Tonnen CO2. US-Untersuchungen des sozialwissenschaftlichen Forschungsunternehmens NuStats haben ergeben, dass Nutzer von Navigationssystemen bei einer jährlichen Fahrleistung von rund 20.000 Kilometern durchschnittlich 2500 Kilometer weniger unterwegs sind und dadurch zwölf Prozent weniger Sprit verbrauchen.

(amv)
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