Berlin: Auch bei Gebrauchtwagen auf ESP-Schleuderschutz achten

Berlin: Auch bei Gebrauchtwagen auf ESP-Schleuderschutz achten

„Es ist eine Erfolgsgeschichte der Verkehrssicherheit“, erinnert sich Siegfried Brockmann, der Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV) in Berlin, „allerdings mit einem zähen Start“. Vor 20 Jahren, im Mai 1995, wurde das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) erstmals serienmäßig in ein Luxus-Coupé eingebaut, danach in weitere Oberklassefahrzeuge.

Rund 200.000 Unfälle mit Verletzten konnten nach Angaben der UDV allein in den Jahren 2000 bis 2013 durch den Schleuderschutz verhindert werden. Rund 6000 Menschen wurden im gleichen Zeitraum vor dem Unfalltod bewahrt.

Bei Neufahrzeugen stieg mit den Jahren die Ausstattungsrate zwar stetig an. Aber es gab auch Rückschläge. Beispielsweise 2009, als durch die sogenannte Abwrackprämie viele billige Kleinwagen ohne ESP verkauft wurden. Seit 1. November 2011 müssen alle neuen Fahrzeugmodellreihen in Deutschland mit ESP ausgestattet sein und seit November 2014 generell alle Neufahrzeuge.

Dennoch sind auch heute noch rund 15 Prozent aller Autos auf Deutschlands Straßen ohne ESP unterwegs. „Vor allem für Fahranfänger, die oft Käufer von billigen Gebrauchtwagen sind, ist es wichtig, aus Sicherheitsgründen ein ESP-Fahrzeug zu erwerben“, gibt Siegfried Brockmann zu bedenken. Welches Modell mit dem Sicherheitsfeature ausgerüstet ist, haben die Unfallforscher in einer Datenbank aufgelistet (www.udv.de/esp).

Für Neufahrzeuge der Jahre 2006 bis 2011 lässt sich unter dem Stichwort ESP eine detaillierte Datenbankabfrage durchführen. Unter „Weitere Downloads zum Thema“ ist eine Liste hinterlegt, in der für Gebrauchtwagen (Erstzulassung vor 2006) angegeben ist, ob und gegebenenfalls ab welchem Zeitpunkt ESP als Option oder serienmäßig verfügbar war. Diese Liste ist nicht komplett. Sie enthält lediglich eine Auswahl gängiger Gebrauchtfahrzeuge.

Laut Brockmann ist das ESP nach Gurt und Airbag das wichtigste Sicherheitssystem für Autos. Doch erst der sogenannte Elchtest brachte 1997 den Durchbruch, weil Mercedes sich daraufhin entschloss, die A-Klasse und später auch den Smart serienmäßig mit ESP auszurüsten. Somit war das Sicherheits-Extra, das - innerhalb der physikalischen Grenzen - ein Schleudern verhindert, auch in den unteren Fahrzeugklassen angekommen.

Dennoch hatte nach zehn Jahren, im Jahr 2005, erst knapp 25 Prozent des Fahrzeugbestandes in Deutschland ESP an Bord. Siegfried Brockmann erinnert sich: „Anfangs war es gar nicht so leicht, Automobilindustrie und Autofahrer zu überzeugen, in das Sicherheitsplus durch ESP zu investieren.“

(amv)
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