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Die schönsten Herbst-Radtouren, Teil 3: „Ab aufs Rad“ durchs herrliche Herver Land

Die schönsten Herbst-Radtouren, Teil 3 : „Ab aufs Rad“ durchs herrliche Herver Land

Mit dem Rad durch den goldenen Herbst: Unsere Redaktion stellt Ihnen einige ausgewählt schöne Touren durch unsere Region vor. Folge 3 steht im Zeichen des H: Herver Land, Holunder und historische Züge.

Auf zwei Rädern an einem schönen Herbsttag neue Routen durch die Region erkunden: ein herrliches Vergnügen – ob alleine, mit Freunden oder als Familienausflug. Unsere dritte Tour ist mit gut 33 Kilometer Länge prima für Familien mit etwas Rad-Erfahrung geeignet. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie, um die schönsten und interessantesten Ausblicke kennenzulernen! Übrigens: In der Routenplaner-App Komoot können Sie unsere Touren aufrufen und nachfahren. Befreunden Sie sich gerne mit unserem Profil „Medienhaus“.

Die Landschaft: Das Herver Land (Pays de Herve) ist eine rund 450 Quadratkilometer große Region im Norden der Provinz Lüttich, die bei Aachen an Deutschland grenzt. Das Gelände ist angenehm hügelig, aber weit weniger bergig als die Eifel. Unsere Route durch ihren Osten führt von Plombiéres durch Moresnet, an Kelmis vorbei nach Welkenraedt, von dort wieder hoch nach Henri-Chapelle und zum Schluss nach Aubel, ehe es wieder nach Plombières zurückgeht.

Pluspunkt: Auf der Route gibt es nicht nur das schöne Panorama des Herver Landes zu bewundern, sondern – vor allem für Kinder und Eisenbahnfreunde – auch viel Interessantes zu sehen. So etwa historische Lokomotiven und Eisenbahnwagen, das riesige Göhltalviadukt und Überreste eines gesprengten Eisenbahntunnels. Wer ein wenig vom Weg abweichen mag, kann bei Henri-Chapelle den imposanten amerikanischen Soldatenfriedhof und eine verfallene Kirche besuchen.

 Rostet an der RAVeL-Route: Diese alte Diesellok steht am Ortseingang von Aubel am Radweg nach Plombières.
Rostet an der RAVeL-Route: Diese alte Diesellok steht am Ortseingang von Aubel am Radweg nach Plombières. Foto: MHA/Marc Heckert

Los geht’s: Ein guter Startpunkt dürfte für die meisten unserer Leser das Rathaus von Plombières sein (der deutsche Name, der auch in vielen Navigationssystemen vermerkt ist, lautet Bleyberg). Hier gibt es auch viel Platz zum Parken, selbst wenn ein Fahrradträger das Auto unhandlich lang macht.

Unterwegs: Die Tour selbst ist vollständig ausgeschildert. Kleine weiße Täfelchen mit einem Holunderblüten-Symbol weisen den Weg. Zum Teil sind sie allerdings neben vielen anderen Hinweisen an den Masten von Verkehrsschildern leicht zu übersehen. Die Strecke führt über sehr gute Wege, die fast immer geteert sind. Allzu kraftraubende Anstiege gibt es ebenfalls nicht. Ganz ohne Kondition sollte man aber natürlich auch nicht antreten.

Pause! Einkehrmöglichkeiten gibt es unterwegs mehrfach, etwa in Welkenraedt (Welkenrath), Henri-Chapelle (Heinrichskapelle) und dem hübschen 4000-Einwohner-Städtchen Aubel. Wer noch etwas Extrakraft in den Beinen für einen Abstecher übrig hat: Fünf Kilometer westlich von Aubel (etwa eine zusätzliche Rad-Viertelstunde über die N642 und N650) lockt das bekannte Zisterzienserkloster Val-Dieu mit seinem bei Bierfreunden hochgeschätzten Produkt. Im klostereigenen Restaurant wird es ausgeschenkt in den Varianten „Blonde“, „Brune“ und dem neunprozentigen „Triple“.

Immer wieder gibt es am Wegesrand etwas Hübsches zu entdecken, etwa diese Marienfigur hinter Glas in Henri-Chapelle.
Immer wieder gibt es am Wegesrand etwas Hübsches zu entdecken, etwa diese Marienfigur hinter Glas in Henri-Chapelle. Foto: MHA/Marc Heckert

Am Schluss wird geRAVeLt: Wer zu tief ins Kloster geschaut hat, wird sich freuen: Das letzte Wegstück zwischen Aubel und Plombières verläuft größtenteils über eine ehemalige Bahntrasse, die sich in großen Schleifen durch die Landschaft windet. Sie ist Teil der RAVeL-Route 38/39 von Herve nach Plombières. RAVeL steht für „Réseau Autonome de Voies Lentes“ (Unabhängiges Netz langsamer Wege), ein belgisches landesweites Netz von Rad-, Wander- und Reitwegen. Die kaum spürbare Steigung macht diesen Abschnitt zum reinen Vergnügen.

Das Tour-Fazit? So schön kann das Radeln im Dreiländereck sein! Die Nordostkante Belgiens verbindet reizvolle Landschaft mit interessanten Orten. Langeweile kann gar nicht erst aufkommen. Dabei ist das Streckennetz hervorragend und die Anstiege auch für Radler ohne Stahlwaden zu schaffen.

Diese Tour ist unserem inzwischen vergriffenen Führer „Radfahren und Einkehren 2020/2021“ des Freizeit-Guide Euregio entnommen. Sie wurde dort als Route Nummer 12 unter dem Titel „Im Zeichen der Holunderblüte“ vorgestellt. Weitere Freizeit Guides finden Sie hier.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Durchs Herver Land mit reichlich Bahn-Blick