Kreis Düren: Polizei-Leitstelle „Karol“ funkt ab Mittwoch digital

Kreis Düren: Polizei-Leitstelle „Karol“ funkt ab Mittwoch digital

Zu 138 Einsätzen wird die Polizei im Kreis Düren durchschnittlich pro Tag gerufen. Koordiniert werden diese Einsätze von der Leitstelle namens „Karol“ aus. Rund um die Uhr sitzen dort Polizeibeamte, um Notrufe entgegenzunehmen, um Polizisten zu den Einsatzorten zu schicken und um Anrufe von Zeugen, zum Beispiel zu Einbrüchen oder Diebstählen, entgegenzunehmen.

1997 wurde die Leitstelle mit zwei Beamten, einem Funktisch und jeder Menge Notizpapier in Betrieb genommen. Seitdem ist viel passiert. Die Zahl der Anrufe ist — auch aufgrund der Verbreitung des Mobilfunks — gestiegen, die technischen Möglichkeiten für die Polizei und die Anforderungen haben sich weiterentwickelt. Nur: Die Leitstelle in Düren war — wie fast alle anderen im Land — nicht mehr auf dem neusten Stand der Technik. Trotz zahlreicher Anpassungen.

Jürgen Möller, Polizeidirektor (li.), und Klaus Funk, Technischer Leiter des Umbaus, im Gespräch im neuen Führungsgruppenraum. Foto: smb

Einsamer Koffer am Bahnhof

Das hat sich nun geändert: In fünfjähriger Planungs- und viermonatiger Bauzeit sind die Leitstellentechnik und das Gebäude für eine knappe halbe Million Euro modernisiert worden. Das Strom- und das EDV-Netz wurden angepasst, die Leitstelle so eingerichtet, dass die Polizei auch bei schwierigen Einsätzen optimal arbeiten kann. Damit ist die Dürener Leitstelle eine der modernsten im Land.

Neben drei Plätzen für das „Tagesgeschäft“ gibt es nun einen weiteren „Leitstellenplatz“, von dem aus besondere Einsätze wie Aktivistenaktionen am Tagebau, größere Unfälle oder Bombenentschärfungen koordiniert werden.

Beinahe hätte ein einsamer Koffer am Bahnhof am Montag bei der Vorstellung der neuen Leitstelle für eine solche „Großlage“ gesorgt. Doch schon bald hatte der Koffer seinen Besitzer gefunden, schnell wurde Entwarnung gegeben.

Eingerichtet wurde auch ein moderner Führungsgruppenraum: In der Mitte steht ein großer Tisch mit vielen Rechnern, an den Wänden hängen Leinwände und Bildschirme. „Vor kurzem hatte ein Mann eine Frau in seiner Gewalt und drohte, ihr etwas anzutun“, schildert Polizeidirektor Jürgen Möller einen Einsatz.

Viele Infos für eine Entscheidung

Die Einsatzkräfte, ein SEK, ein Team zur Absperrung und andere mehr seien zu koordinieren gewesen. „Handwerklich ist die Polizei in der Lage, solche Situationen zu lösen“, sagt Möller. Die große Herausforderung sei es, alle Informationen zu verarbeiten und auf deren Basis eine Entscheidung zu treffen. „Dieser Raum mit seinen technischen Möglichkeiten ist dabei sehr hilfreich“, betont Möller. Infos über Einsatzkräfte, Täter, Ort und mehr seien so besser zu überblicken als auf Flipcharts und Plänen.

Ein weiterer Grund für den Umbau war die Umstellung auf Digitalfunk. Die alte Leitstelle konnte das technisch nicht leisten. Ab dem 1. Oktober soll nun in Düren hauptsächlich digital gefunkt werden, der analoge Funk bleibt als Reserve erhalten. „Der digitale Funk ist nicht abhörsicher, die Empfangs- und die Sprachqualität sind besser“, erklärt Klaus Funk. Die Polizeiautos sind schon länger entsprechend ausgerüstet.

Bei der Einrichtung der neuen Arbeitsplätze wurde auch die Gesundheit in den Fokus gerückt: Die Schreibtische können hochgefahren werden, so dass im Stehen gearbeitet werden kann. „Das ist auch bei hektischen Einsatzlagen hilfreich“, erklärt Bernd Adamek, Leiter des Führungsdienstes.

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