1. Politik

Den Haag: Zwarte Piet zu schwarz? UN sieht Rassismus

Den Haag : Zwarte Piet zu schwarz? UN sieht Rassismus

Es ist das Fest der Feste in den Niederlanden. Jeden 5. Dezember wird es am Abend gefeiert. Dann kommt St. Nikolaus mit seinem Knecht, dem Zwarte Piet (Schwarzer Peter) zu fast jeder Familie und verteilt seine Geschenke.

Der Zwarte Piet ist, wie der Name schon sagt, pechschwarz geschminkt, trägt große goldene Ohrringe, eine rote Mütze mit schwarzer Feder und eine Perücke mit schwarzem Krauskopfhaar. Meist hat er einen Sack in der Hand, der prall gefüllt ist mit den Pfeffernüssen, die er wie Kamellen an Karneval mit Schwung um sich wirft.

Das soll der Zwarte Piet allerdings bald nicht mehr dürfen. Die Kunstfigur des Zwarte Piet diskriminiere dunkelhäutige Menschen; sie erinnere an die dunkle Epoche der Sklaverei, sagen Kritiker. Piet sei der Sklave von St. Nikolaus. Die Figur sei „rundweg rassistisch“.

Sogar die UN beschäftigt sich jetzt mit der Figur. Der Hohe UN-Kommissar für Menschenrechte schrieb einen Brief an die Haager Regierung. Darin wurde die Figur als „stereotyp“ kritisiert und behauptet, der Zwarte Piet mache alle Afrikaner zu „Menschen zweiter Klasse“. Man solle den „Zwarte Piet daher abschaffen,“, fordert die UN. Der Haager Ministerpräsident Mark Rutte reagierte gelassen auf die UN-Kritik: „Wie der Name schon sagt, ist er nun einmal schwarz. Ich kann das auch nicht ändern.“

Aber die UN lässt nicht locker. Im November will sie prüfen, ob Piet noch schwarz sein darf. Verene Shepherd aus Jamaica, Mitglied der UN-Menschenrechtskommission, will von den Niederlanden sogar Schadenersatzzahlungen fordern, falls der Zwarte Piet weiterhin mit Pfeffernüssen werfen dürfe.

Die ersten Schulen knicken unter dem Druck der UN schon ein.