Castaner korrigiert Aussagen: Drei Tote und dutzende Verletzte nach Explosion in Pariser Innenstadt

Castaner korrigiert Aussagen: Drei Tote und dutzende Verletzte nach Explosion in Pariser Innenstadt

Bei einer schweren Explosion mitten in Paris sind nach offiziellen Angaben am Samstag drei Menschen ums Leben gekommen. Bei zwei der Todesopfer handelte es sich um Feuerwehrleute. Zudem kam bei der Explosion eine spanische Touristin ums Leben.

Vom Tod der beiden Feuerwehrleute, berichtete Frankreichs Innenminister Christophe Castaner am Samstag auf Twitter.

Damit korrigierte er eigene frühere Aussagen: Im Fernsehen hatte er zunächst von vier Toten gesprochen. Neben dem Tod der beiden Feuerwehrleute wurde im Laufe des Tages außerdem bekannt, dass auch eine spanische Touristin durch die Explosion ums Leben kam. Josep Borell, spanischer Außenminister, bestätigte dies ebenso wie Castaner über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Die Explosion ereignete sich am Samstag gegen 9.00 Uhr in der Rue de Trévise, etwa einen Kilometer Luftlinie entfernt von der Pariser Oper. Nach Angaben des französischen Innenministers Christophe Castaner wurden dabei knapp 50 Menschen verletzt, zehn davon schwer. Die Behörden gehen von einem Unfall aufgrund eines Gaslecks aus.

Die Feuerwehr sei wegen des austretenden Gases in die Straße gerufen worden, sagte der Pariser Staatsanwalt Rémy Heitz dem Sender France Info. Anschließend habe es die Explosion gegeben, dann sei Feuer ausgebrochen. Mehrere Gebäude seien zerstört worden.

Rund 100 Polizisten und knapp 200 Feuerwehrleute waren laut Innenminister im Einsatz. Die Sicherheitsbehörden prüften, ob benachbarte Gebäude beschädigt seien und daraus eine Gefährdung entstehen könne. Die Lage sei aber unter Kontrolle, hieß es am Vormittag.

Fernsehbilder zeigten dichten Rauch, der über Stunden aus dem Gebäude drang. Die Glasscheiben in der Umgebung seien durch die Wucht der Explosion geborsten, berichteten Medien. Journalisten vor Ort sagten im Fernsehen, die Szenerie sehe aus wie nach einem Bombenangriff. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt.

Ein Anwohner aus einem nahe gelegenen Haus sagte BFMTV: „Ich habe gespürt, wie mein Haus für eine oder zwei Sekunden in seinen Grundfesten schwankte. Ich habe mich gefragt, ob es ein Attentat gab, ich hatte ein bisschen Angst.“

Die Explosion erschütterte das 9. Arrondissement in Paris kurz vor angekündigten Demonstrationen der „Gelbwesten“ in der Hauptstadt. Die Behörden befürchteten bei den Protesten eine erneute Eskalation der Gewalt. Rund 5000 Sicherheitskräfte waren in Paris im Einsatz, um die Demonstrationen abzusichern. In den vergangenen Wochen war es bei Protesten der Bewegung immer wieder zu Gewalt und Ausschreitungen gekommen. Besonders Paris war betroffen.

Auch wegen des Terroranschlags von Straßburg vor einem Monat herrscht in Frankreich hohe Anspannung. Am 11. Dezember hatte ein Attentäter in der Innenstadt der elsässischen Stadt das Feuer eröffnet. Fünf Menschen starben, viele weitere wurden verletzt.

(dpa)
Mehr von Aachener Zeitung