1. Politik

Ausbildung an Panzerhaubitze 2000: Ukrainische Soldaten werden auch in Aachen geschult

Ausbildung an Panzerhaubitze 2000 : Ukrainische Soldaten werden auch in Aachen geschult

Die Ausbildung ukrainischer Soldaten an der Panzerhaubitze 2000 hat begonnen. Auch die Technische Schule des Heeres in Aachen und Stolberg spielt dabei eine Rolle.

In den kommenden Wochen werden auch in Aachen und Stolberg ukrainische Soldaten geschult. Zwar wollte sich das Verteidigungsministerium am Montag nicht offiziell dazu äußern. Doch nach Informationen unserer Zeitung sollen in wenigen Tagen 14 technische Fachleute in den Kasernen der Technischen Schule des Heeres eintreffen.

Hier werden sie dazu befähigt, die Panzerhaubitze 2000 zu warten und instand zu setzen. Zwölf dieser hochmodernen Artilleriegeschütze wollen Deutschland und die Niederlande an die Ukraine liefern, damit sich das Land besser gegen russische Angriffe schützen kann.

Die 14 Techniker gehören zu einer Gruppe von knapp 100 Ukrainern, die am Dienstag im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein angekommen waren. An der dortige Artillerieschule der Bundeswehr wurde am Mittwoch damit begonnen, die künftigen Besatzungen in die Panzerhaubitzen einzuweisen. Ihre Ausbildung an den vollautomatisierten, hochkomplexen Systemen soll bis zu 42 Tage dauern. Anschließend sollen die Haubitzen in die Ukraine transportiert werden.

Die Lieferung der schweren Waffen und die Ausbildung der ukrainischen Soldaten daran ist allerdings nicht unumstritten. Kritiker befürchten, dass Deutschland dadurch in den Krieg hineingezogen werden könnte. Sie verweisen auf ein Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages vom März.

In ihm wird zwar betont, dass westliche Waffenlieferungen völkerrechtlich an die Ukraine nicht als Kriegseintritt gelten. Doch „wenn neben der Belieferung mit Waffen auch die Einweisung der Konfliktpartei beziehungsweise Ausbildung an solchen Waffen in Rede stünde, würde man den gesicherten Bereich der Nichtkriegsführung verlassen“, heißt es in dem Papier.

Auf dieses Gutachten verweist der Aachener Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko (Linke). Er nannte die Ausbildungsmission am Montag „unverantwortlich und gefährlich“ und forderte „ernsthafte diplomatische Initiativen“ für ein Kriegsende.

Die Bundesregierung hat diese Bedenken allerdings schon vor Tagen zurückgewiesen. Solange die Ausbildung der Ukrainer auf dem Gebiet der Nato stattfinde, sei keine rote Linie überschritten, betonte ein Regierungssprecher. Auch aus Bundeswehrkreisen hieß es am Mittwoch, eventuelle Ängste, die Ausbildungsorte stünden nun im Fokus russischer Raketen, seinen zwar nachvollziehbar, aber unbegründet.