Berlin/Aachen: Theodor-Wolff-Preis für inhaftierten Journalisten Yücel

Berlin/Aachen: Theodor-Wolff-Preis für inhaftierten Journalisten Yücel

Der in der Türkei inhaftierte Korrespondent der Tageszeitung „Die Welt“, Deniz Yücel, wird mit einem Theodor-Wolff-Sonderpreis ausgezeichnet. Wie der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am Mittwoch in Berlin mitteilte, soll damit „ein Zeichen für die Pressefreiheit gesetzt werden, die in der Türkei und an vielen anderen Orten der Welt mit Füßen getreten“ werde.

Jury und Kuratorium des Journalistenpreises hätten sich einstimmig für die Ehrung Yücels entschieden, hieß es. Sie fordern die Freilassung des deutsch-türkischen Journalisten. Yücel ist wegen des Vorwurfs der Terrorpropaganda seit Ende Februar unter fragwürdigen Umständen in Istanbul in Untersuchungshaft.

Darüber hinaus nominierte die Jury zwölf Beiträge in drei Kategorien sowie für das Thema des Jahres. Die eigentlichen Preisträger der vom BDZV getragenen Auszeichnung werden erst am Tag der Preisverleihung am 21. Juni in Berlin gewählt und am Abend bekanntgegeben. Alle vier Preise sind mit jeweils 6000 Euro dotiert.

Für die Auszeichnung in der Sparte „Lokales“ wurden nominiert: unser Redakteur Amien Idries für seinen Artikel „Die große Trauer kam erst Jahrzehnte später“; Anja Reich, „Die Deutschmacherin“ (Berliner Zeitung); Matthias Thieme, „Menschenskinder“ (Berliner Morgenpost).

Für die Auszeichnung in der Sparte „Meinung“ nominierte die Jury: Dominik Bardow, „Fußball, ich kann nicht mehr!“ (Der Tagesspiegel, Berlin); Armin Käfer, „Demokratie der Deppen“ (Stuttgarter Zeitung); Hans Monath, „Der Hochmut der Vernünftigen“ (Der Tagesspiegel, Berlin).

Die Nominierten in der Sparte „Reportage“ sind: Amrai Coen und Tanja Stelzer, „Brüssel, 22. März 2016“ (Die Zeit, Hamburg); Roman Deininger, „Hab‘ ich euch!“ (Süddeutsche Zeitung, München); Marc Neller, „Der Code des Bösen“ (Welt am Sonntag, Berlin).

Bei dem „Thema des Jahres“ hatte sich die Jury 2017 für „Populismus“ entschieden. Nominiert wurden: Bernd Kastner, „Hausbesuch“ (Süddeutsche Zeitung, München); Martin Machowecz, „Wir sind dagegen!“ (Die Zeit, Hamburg); Nicola Richter, „Klingt verrückt“ (Süddeutsche Zeitung, München).

Der Jury gehören an: Cordula von Wysocki (Chefredakteurin „Kölnische Rundschau“, Juryvorsitz), Nikolaus Blome (Stellvertretender Chefredakteur Politik und Wirtschaft „Bild“ und bild.de, Berlin), Wolfgang Büscher (Autor „Die Welt“, Berlin), Dr. Markus Günther (Autor, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“), Peter Stefan Herbst (Chefredakteur „Saarbrücker Zeitung“, Vorsitz), Christian Lindner (Autor, Bad Breisig), Lorenz Maroldt, (Chefredakteur „Der Tagesspiegel“, Berlin), Bernd Mathieu (Chefredakteur „Aachener Zeitung“ und „Aachener Nachrichten“) und Annette Ramelsberger (Gerichtsreporterin „Süddeutsche Zeitung“, München). Vorsitzender des Kuratoriums ist Hermann Neusser, Verleger des Bonner „General-Anzeigers“.

Der Journalistenpreis der deutschen Zeitungen — Theodor-Wolff-Preis — ist die renommierteste Auszeichnung, die die Zeitungsbranche zu vergeben hat. Sie wird vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger ausgeschrieben und erinnert an den langjährigen Chefredakteur des legendären „Berliner Tageblatts“, Theodor Wolff (1868 -1943). Wolff musste 1933 vor den Nazis ins französische Exil fliehen, wurde dort verhaftet und der Gestapo ausgeliefert und starb 1943 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin.

Die Auszeichnungen werden am 21. Juni in Berlin überreicht. An der Ausschreibung hatten sich 402 Journalistinnen und Journalisten beteiligt. Die Nominierten und ihre Beiträge werden in den kommenden Monaten in den Medien des BDZV und auf dessen Website näher vorgestellt.

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