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Brüssel/Aachen: „Schulz ist die Stimme Europas“

Brüssel/Aachen : „Schulz ist die Stimme Europas“

Nicht weniger als die „Glaubwürdigkeit der europäischen Institutionen“ wird ein zentrales Thema der diesjährigen Verleihung des Karlspreises an den Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, sein.

Das sagte der Sprecher des Karlspreisdirektoriums, Jürgen Linden, am Freitag bei der offiziellen Antragung der Auszeichnung in Brüssel. Der 59-jährige Würselener Schulz sei „momentan die Stimme der Demokratie“, er überzeuge in Zeiten der Krisen durch „direkte Ansprache“, sei ein „Mann aus der Mitte“ und „bis in die Haarspitzen motiviert“.

Schulz nehme die Verantwortung an, für Europa zu werben, für Europa zu kämpfen. Martin Schulz ist, so heißt es in der offiziellen Begründung des Karlspreisdirektoriums, ein „wichtiger Vordenker“ der Europäischen Union.

Die „europaweite Bedeutung“ des Karlspreises sei ihm noch einmal in den letzten Wochen bewusst geworden, sagte Martin Schulz. Nachdem bekannt geworden war, dass er der 57. Träger dieser Auszeichnung ist, sei er überall in Europa auf den Preis und auf Aachen angesprochen worden. Der Preis und damit auch die Stadt Aachen stünden für die „Idee von grenzüberschreitenden Kooperationen, die den Hass und die Zerstörung, die die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts in Europa geprägt haben, überwinden.“

Es gebe in Europa zwei Städte, die Symbol für ein solches Europa seien: Straßburg mit dem Europäischen Parlament und Aachen als Stadt Karls des Großen. Und symbolhaft sei es dann wohl auch, dass ein aus der Aachener Region stammender Präsident des Europäischen Parlaments den Karlspreis bekomme, meinte Schulz und hob hervor, dass ihn die Auszeichnung „mit Stolz und Dankbarkeit“ erfülle.

Laut Schulz müsse die Politik angesichts aktueller Krisen an den Grenzen der EU mehr denn je klarmachen, dass der „Frieden nicht wie Strom aus der Steckdose“ komme. „Zu glauben, Frieden ist einfach da, ist ein fataler Irrtum.“ Mit Blick auf Russland und die Ukraine bekannte Schulz, dass auch er es nicht für möglich gehalten habe, dass in Europa Grenzen eines Landes durch die Entscheidung eines anderen Landes einfach verschoben wurden.

„Dass das aber geschehen kann, zeigt, dass die Friedensidee nicht etwas Altbackenes, sondern etwas hoch Aktuelles ist. Europa ist aufgefordert, für diesen Frieden einzustehen.“ Die Alternative zu Europa sei die Renationalisierung und der Kampf der Staaten Europas gegeneinander. „Da ist selbst ein schwaches Europa die bessere Alternative. Und wir sind gefordert, Euro- pa zu stärken.“ Den Karlspreis verstehe er als Auftrag und Mahnung, das starke Europa zu gestalten.

Traditionell am Himmelfahrtstag wird der Karlspreis in Aachen verliehen. Doch es bleibt nicht nur bei dieser Feier am 14. Mai. Sie ist eingebettet in ein rund fünfwöchiges Rahmenprogramm, in dem es um den Preisträger selber, aber vor allem auch um aktuelle Themen europäischer Politik geht. „In diesem Jahr können wir uns auf einen großen Karlspreis mit viel Aufmerksamkeit und vielen interessanten Gästen freuen“, versicherte Aachens OB Marcel Philipp.