Kommentar zum Kampf gegen hohe Mieten: Mehr Angebot ist besser

Kommentar zum Kampf gegen hohe Mieten : Mehr Angebot ist besser

Union und SPD wollen den Mietenanstieg in den Ballungszentren weiter durch staatliche Eingriffe in den Wohnungsmarkt stoppen. Doch diese Versuche bleiben bislang zumindest weitgehend wirkungslos.

Der Mietenanstieg in einigen der größeren Städte, die bereits exorbitante Erhöhungen bei Neuvermietungen hinter sich haben, verlangsamte sich zuletzt. Allerdings ist dafür weniger die Mietpreisbremse verantwortlich, die vielerorts einfach ignoriert wird. Entscheidend am Wohnungsmarkt bleibt das Zusammenspiel zwischen knappem Angebot und hoher Nachfrage. In Hamburg etwa gab es erste Anzeichen eines schwächeren Mietenanstiegs, weil es der Stadt anders als etwa Berlin oder Köln gelungen ist, den Neubau von Wohnungen spürbar anzukurbeln und damit das Angebot zu vergrößern.

Die Koalition versucht es nun mit einem neuen Instrument: Künftig wird die ortsübliche Vergleichsmiete im Mietspiegel aus dem Durchschnitt der letzten sechs Jahre ermittelt, nicht mehr aus den letzten vier Jahren. Weil die Mieten vor sechs Jahren noch niedriger waren als vor vier, soll so der Anstieg der Vergleichsmieten gedämpft werden. Da die Mietpreisbremse an den Mietspiegel gekoppelt ist, erhofft sich die Koalition eine doppelte Dämpfung des Mietenanstiegs.

Allerdings lässt sie dabei wieder die Angebotsseite außer Acht. Die Reform des Mietspiegels wirkt aus Sicht der Vermieter wie eine zweite Mietpreisbremse. Sie können Bestandsmieten durch diese Reform weniger anheben als kalkuliert. Vor allem kleinere Vermieter werden ihre Wohnungen dann lieber an Mieter verkaufen wollen. Dadurch sinkt tendenziell das Angebot an Mietwohnungen, der Bestand an Eigentumswohnungen steigt.