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San Francisco: Krafts Bedenken gegen Fracking bleiben massiv

San Francisco : Krafts Bedenken gegen Fracking bleiben massiv

Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hat zum Abschluss ihres Nordamerikabesuchs ihre Skepsis gegenüber Fracking betont. Es gebe derzeit keinen Grund, an dem Moratorium in Nordrhein-Westfalen zu rütteln. „Das Moratorium bleibt”, sagte sie am Freitag (Ortszeit) in San Francisco.

„Eine Entscheidung steht jetzt gar nicht an”, fügte sie hinzu. Fracking war - neben dem Thema Medien - Schwerpunkt ihrer einwöchigen Reise nach Kanada und in die USA. Am Sonntag landete die NRW-Regierungschefin wieder in Düsseldorf, wie ein Regierungssprecher mitteilte.

Der Fracking-Gasabbau ist wegen befürchteter Umweltschäden höchst umstritten, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich wegen möglicher Gefahren für das Trinkwasser kritisch geäußert. Bei der Abbaumethode wird mit Chemikalien versetztes Wasser mit hohem Druck kilometertief ins Erdreich gepresst. Das Wasser drückt dabei Gesteinsschichten auseinander und setzt darin enthaltenes Gas frei. Die Methode ist vor allem in Kanada verbreitet, wo sich Kraft informiert hatte.

„Jetzt habe ich gesehen, welche Dimensionen dieser Eingriff in die Natur hat”, sagte die SPD-Politikern. Sie habe sich in Kanada immer wieder vor Augen geführt, wie die Folgen wären, wenn dies „irgendwo im Münsterland” passieren würde. Dies werfe viele Fragen auf und bestärke ihre Skepsis.

Im High-Tech-Standort Silicon Valley bei San Francisco hatte sich Kraft über neuste Medientrends informiert und unter anderem das Internet-Unternehmen Google besucht. Es ging vor allem auch um die Frage, wie jungen Start-up-Unternehmern in NRW, die sich mit hohem Risiko auf den Medienmarkt wagten, stärker geholfen werden könne. Zwar gebe es einige Gründungsoffensiven in NRW, das sei aber noch nicht genug. „Wir müssen hier einfach weiterkommen”, betonte Kraft.

Bei Medien und in der Informationstechnik (IT) stehen massive Veränderungen an - auch etwa bei Banken und Versicherungen. In diesen Branchen sei richtig „Musik drin”, meinte die Regierungschefin. „Da wird so viel geschehen in den nächsten Jahren”, prognostizierte sie. „Das wird eine große Herausforderung.”

(dpa)