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Inzidentzahlen in der dritten Corona-Welle stagnieren

Corona-Lage in Deutschland : RKI-Chef: Dritte Welle abgebremst

Es gebe eine „gute Entwicklung“, aber für Entwarnung sei es momentan noch zu früh, sagt der RKI-Präsident. Impfungen für über Zwölfjährige ab Sommer.

Die dritte Welle der Corona-Pandemie in Deutschland ist nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) abgebremst. Es gebe eine „gute Entwicklung“, aber für Entwarnung sei es momentan noch zu früh, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Die Fallzahlen seien noch zu hoch, auch wenn das exponentielle Wachstum sich seit Ostern nicht mehr in dem befürchteten Maße fortgesetzt habe.

Sehr wahrscheinlich hätten sich noch mehr Menschen an die Maßnahmen gehalten. Bei Menschen unter 60 Jahren nähmen die Zahlen jedoch zu, bei Kindern deutlich: „Kinder tragen auf jeden Fall zum Infektionsgeschehen bei“, sagte Wieler.

Langzeitfolgen, die es auch bei Kindern gebe, dürfe man nun bei der Risikobewertung nicht aus dem Blick verlieren, warnte Wieler. Nach bisherigen, noch nicht finalen Daten könnte es Wieler zufolge „jeden Zehnten treffen“, das dürfe man nicht zulassen.

„Wir müssen weiter alles dafür tun, um die Fallzahlen zu senken“, betonte er. Es gehe jetzt darum, Ungeimpfte „auf den letzten Metern“ kurz vor der Impfung gegen das Coronavirus zu schützen. Wieler verwies auch auf die internationale Lage: „Die Pandemie wird erst dann unter Kontrolle sein, wenn sie in allen Teilen der Welt unter Kontrolle ist.“ Nur Infektionsschutzmaßnahmen und Impfungen in Kombination wiesen den Weg aus der Pandemie.

Impfungen für über Zwölfjährige

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat derweil Corona-Impfungen für über Zwölfjährige im Sommer in Aussicht gestellt. „Stand heute, wenn nichts Ungewöhnliches passiert: Spätestens in den Sommerferien werden wir die über Zwölfjährigen dann impfen können, wenn die Zulassung da ist“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin.

Zuvor war bekannt geworden, dass der deutsche Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer in Kürze die Zulassung ihres Corona-Vakzins für Kinder ab zwölf Jahren in der EU beantragen wollen. Zwar sei zunächst natürlich abzuwarten, dass die Zulassung auch komme, sagte Spahn. Er rechne aber zügig damit.

Gleichzeitig warnte der Minister vor zu hohen Erwartungen für den Juni – spätestens dann soll der Bundesregierung zufolge die Impfpriorisierung enden. „Wir müssen jetzt ein bisschen aufpassen mit diesem Juni, dass der nicht so überfrachtet wird mit Erwartungen“, forderte Spahn. Im Juni käme zwar wohl so viel Impfstoff wie in keinem Monat zuvor, aber „nicht so viel, dass wir alle zwischen zwölf und 60 mal eben im Juni impfen können“. Es sei wichtig, dass nicht der Eindruck entstehe, dass sofort alle Jugendlichen geimpft werden könnten.

(dpa)