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Aachen: DGB fordert Bewegung bei Tarifverhandlungen für Erzieher

Aachen : DGB fordert Bewegung bei Tarifverhandlungen für Erzieher

Mehr Geld für Erzieher: Diese Forderung hat am Tag der Arbeit viele Reden auf den Maikundgebungen in Nordrhein-Westfalen geprägt. Der Verdi-Bundesvorsitzende Frank Bsirske warnte in Essen vor einem folgenschweren Arbeitskampf, wenn sich die kommunalen Arbeitgeber weiterhin unbeweglich zeigten. „Das wird eine harte Auseinandersetzung, die viele Eltern hart treffen wird”, sagte er.

Bsirkse kritisierte nach den gescheiterten Tarifverhandlungen, dass die gestiegenen Anforderungen an Erzieher und Erzieherinnen bisher keine Entsprechung in der Bezahlung gefunden hätten. Doch die Arbeitgeber leugneten jeden Handlungsbedarf.

Auch der DGB-Landesvorsitzende in Nordrhein-Westfalen Andreas Meyer-Lauber verlangte mehr Anerkennung für die Arbeit in den Sozial- und Erziehungsdiensten. Auf der zentralen Mai-Kundgebung des DGB-Bezirks NRW in Aachen mahnte er: „Es reicht nicht, nur in Sonntagsreden zu betonen, wie wichtig frühkindliche Bildung ist - es müssen Taten folgen.”

Die Gewerkschaften fordern eine höhere Eingruppierung der Beschäftigten, die im Durchschnitt zu zehn Prozent höheren Einkommen führen würde. Bis zum 5. Mai läuft noch eine Urabstimmung über unbefristeten Streik. „Sie verstehen anscheinend nur die Sprache des Arbeitskampfs”, sagte Meyer-Lauber an die Adresse der Arbeitgeber. Falls es dazu kommt, werden viele Eltern in den nächsten Wochen wieder vor geschlossenen Kindergärten stehen.

In diesem Jahr können die Gewerkschaften auf eine große Tradition zurückblicken: Vor 125 Jahren wurde der 1. Mai als Feier- und Kampftag der Gewerkschaften eingeführt. Insgesamt hatte der DGB in NRW zu 77 Mai-Kundgebungen aufgerufen, an denen nach Angaben der Gewerkschaft 99 000 Menschen teilnahmen.

Meyer-Lauber warnte in Aachen außerdem davor, mit einer Klimaschutzabgabe massenhaft Arbeitsplätze im rheinischen Braunkohlerevier auszuhebeln. Wenn die Bundesregierung die Energiepolitik ändern wolle, müsse sie mit den Gewerkschaften faire Bedingungen aushandeln, unterstrich er. Die Kraftwerksbeschäftigten dürften nicht „wie ein Kollateralschaden behandelt werden”.

Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) bekräftigte auf der Maikundgebung in Aachen die Unterstützung der Landesregierung für die Braunkohlebeschäftigten. „Wir wissen, was auf dem Spiel steht. Wir kämpfen für die Arbeitsplätze in der Braunkohle”, versprach sie vor den Kundgebungsteilnehmern. Bei dem bevorstehenden Strukturwandel in der Braunkohle dürfe niemand ins Bergfreie fallen.

Außerdem appellierte Kraft an die Arbeitgeber, beim Thema Ausbildung zu ihrer Verantwortung zu stehen. „Fachkräftemangel beklagen und nicht ausbilden - das geht nicht”, sagte sie.

Meyer-Lauber hatte Kraft zuvor aufgefordert, mit der seit Jahren diskutierten Ausbildungsplatzabgabe ernstzumachen, wenn die Wirtschaft keine zusätzlichen Angebote bereitstelle. „Meine größte Sorge ist, dass in diesem Sommer erneut 24 000 Jugendliche in die Röhre schauen, weil sie keinen Ausbildungsplatz bekommen”, warnte der Gewerkschafter.

Hier geht es zur Bilderstrecke: DGB-Maikundgebung: Hannelore Kraft spricht in Aachen

(dpa)