Hitze als Mitursache: Zahl der Hautkrebsfälle steigt stark

Hitze als Mitursache : Zahl der Hautkrebsfälle steigt stark

Doppelt so viele Neuerkrankungen zwischen 1999 und 2016: Die Bundesregierung nennt nicht den Klimawandel als Ursache, warnt aber vor Gesundheitsgefahren durch mehr Hitze.

Die Zahl der Hautkrebsfälle in Deutschland ist in den vergangenen 20 Jahren stark angestiegen. So gab es laut dem Ressort von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 2016 rund 23.000 Neuerkrankungen mit dem bösartigen schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom), 1999 waren es erst 11.500. Auch die Zahl der durch Hautkrebs verursachten Sterbefälle ist demzufolge gestiegen: von 2468 in 1997 auf 3764 in 2017.

Jedoch nennt die Bundesregierung nicht den Klimawandel sondern weitere Faktoren als Ursache für den Anstieg der Hautkrebsfälle. So gibt es seit 2008 das Hautkrebs-Screening, die Früherkennung beim Arzt. Die weit verbreiteten Untersuchungen haben Effekte auf die Statistik. Ebenso ein geändertes Freizeitverhalten: „vermehrte Strandurlaube, die Nutzung von Sonnenstudios und luftigere, knappere Bekleidung“ hätten die Entwicklung ebenso beeinflusst, heißt es in der Antwort auf eine Anfrage der Linken.

Der Klimawandel hinterlässt in Deutschland Spuren. Nach Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes hat sich die Sonnenscheindauer von 1951 bis 2018 um rund 96 Stunden pro Jahr erhöht. Auf Grundlage verfügbarer Klimamodellsimulationen ist zudem in den nächsten 20 Jahren mit einer Erhöhung der Häufigkeit, der Intensität sowie der Dauer von Hitzewellen zu rechnen.

Auch von anderer Seite droht Gefahr: Mit der insgesamt steigenden mittleren Temperatur könnte es künftig auch mehr Infektionskrankheiten geben, so das Ministerium. Bakterien könnten bei höheren Temperaturen besser wachsen. Auch wenn es bislang keine Erkenntnisse über häufigere Lebensmittelvergiftungen gebe, könnten solche Infektionen ebenso zunehmen wie der Pollenflug – mit unangenehmen Folgen für Allergiker.

Wie die Bundesregierung betont, werde bereits viel für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung in Zeiten des Klimawandels getan. Grundsätzlich aber sieht der Bund eher die Länder, Kommunen und die Träger bestimmter Einrichtungen wie Pflegeheime in der Pflicht, für Schutzmaßnahmen gegen Hitze zu sorgen.

Harald Weinberg (Linke), Vizevorsitzender im Gesundheitsausschuss, ist nicht überzeugt. „Gegen zunehmende Hitzewellen gibt es verschiedene Aktionspläne.“ Aber deren Auswirkungen auf die Realität gingen gen Null.