Kommentar zum EU-Freihandelsabkommen Jefta: Hohe Ansprüche

Kommentar zum EU-Freihandelsabkommen Jefta : Hohe Ansprüche

Käse aus Frankreich, Wein aus Italien, Autos aus Deutschland und Rindfleisch aus Spanien – für die japanischen Verbraucher soll das alles ab Februar billiger werden. Das klingt verlockend, tut den europäischen Unternehmen, die im Exportgeschäft mit Tokio involviert sind, gut.

Selbst Europas Spitzenkonsortium Siemens/Alstom kann sich freuen: Künftig darf man mit seinen ICE- und TGV-Zügen bei der Vergabe japanischer Hochgeschwindigkeitsstrecken mitbieten. Doch das sind nur die plakativen Inhalte des jüngsten Freihandelsprojektes der EU.

Sehr viel wichtiger ist der politisch-strategische Schulterschluss der Partner. Beide wollen oder müssen im Klimaschutz zusammenrücken. Dass Japan sich sogar beim Arbeitnehmerschutz auf gleiche Normen eingelassen hat, darf nicht untergehen. Tatsächlich haben sich hier zwei ökonomische Riesen zusammengefunden, die auch politisch eine Allianz eingehen – für Menschenrechte und für die Krisenbewältigung in aller Welt.

Erst das macht den Vertrag zu einem Signal in einer Zeit, in der die USA, die lange eine globale Führungsrolle beanspruchten, sich auf sich selbst zurückziehen. Europa und Japan machen sich selbstständig. Das ist ein gutes Zeichen.

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