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Düsseldorf/Aachen: Armin Laschet führt jetzt auch die CDU-Fraktion in NRW

Düsseldorf/Aachen : Armin Laschet führt jetzt auch die CDU-Fraktion in NRW

Die ungeliebte Doppelspitze der CDU in Nordrhein-Westfalen ist vorbei: Der Aachener Armin Laschet führt die Partei fortan sowohl als Landesparteichef als auch als Fraktionsvorsitzender im Landtag. Nur drei Tage, nachdem der bisherige Düsseldorfer Oppositionsführer Karl-Josef Laumann nach Berlin gewechselt war, wählten die CDU-Abgeordneten dessen Nachfolger:

Laschet erhielt am Mittwochabend 64 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen. Insgesamt sitzen in der CDU-Fraktion 67 Männer und Frauen.

Laumann brachte Laschet bereits als Herausforderer von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) für die Landtagswahl 2017 ins Gespräch. Wenn er bei der Klärung der Kandidatenfrage noch dabei sei, „werde ich Armin Laschet als Spitzenkandidaten vorschlagen”, sagte Laumann. Laschet selbst hielt sich bedeckt. „Das war nett von ihm. Das ist heute nicht unser Thema”, sagte er. Die CDU habe sich intern verabredet, die Kandidatur erst im Jahr 2016 zu besprechen.

Der Fraktionsvorstand hatte Laschet einstimmig nominiert. Der 52-jährige Aachener war einziger Kandidat für die Nachfolge Laumanns, der künftig als Staatssekretär in Berlin arbeitet. Bei der Präsentation ihrer Mannschaft für die große Koalition hatte Merkel am Sonntag überraschend bekanntgegeben, dass Laumann neuer Pflegebevollmächtigter im Bundesgesundheitsministerium wird.

Damit hatte Merkel in Nordrhein-Westfalen den Weg für Laschet frei gemacht. Der musste sich die Spitze der NRW-CDU bisher mit Laumann teilen. Laschet führte die Christdemokraten in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen eineinhalb Jahren zwar als Landesparteichef, in der Fraktion hatte allerdings Laumann als Vorsitzender das Sagen. Bei den Auftritten im Landtagsplenum war es der Münsterländer, der Hannelore Kraft als Oppositionschef Paroli bieten durfte.

Die Tandemlösung Laschet/Laumann galt in der CDU nicht als Optimum. Die NRW-CDU hatte damit nach der verlorenen Landtagswahl 2012 jedoch eine Kampfkandidatur der beiden gegeneinander abgewendet.

Laschet betonte am Mittwochabend, die Doppelspitze sei richtig gewesen, nachdem die CDU damals mit einem Stimmenanteil von nur noch gut 26 Prozent ein Debakel erlebt hatte. „Es gab keine internen Grabenkämpfe”, betonte er. Laschet sagte, es sei für ihn eine große Hilfe gewesen, sich auf den Wiederaufbau der Partei konzentrieren zu können, während Laumann für die Fraktion zuständig war. Mit Blick auf die 64 Stimmen für ihn sagte Laschet, das Ergebnis zeige, dass die Fraktion geschlossen sei.

Laschet kündigte für seine Fraktionsarbeit inhaltliche Kontinuität an. Das soziale Gewissen, für das Laumann gestanden habe, begreife er als Vermächtnis. Es gelte, dies mit Wirtschaftskompetenz zu verbinden. Im Unterschied zur rot-grünen Regierung wolle er dabei auch die Haushalte konsolidieren, damit ein starker Staat die Schwachen schützen könne.

(dpa)