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Jerusalem: Anschlag auf ein Symbol: Bilinguale Schule in Brand gesteckt

Jerusalem : Anschlag auf ein Symbol: Bilinguale Schule in Brand gesteckt

Ein Brandanschlag auf eine bilinguale Musterschule in Jerusalem hat in Israel Bestürzung ausgelöst. Unbekannte Täter hatten am Samstag in der Schule ein Feuer in einem Klassenraum gelegt und auf den Außenmauern araberfeindliche Parolen hinterlassen.

Die Bildungseinrichtung, in der mehr als 624 Schüler auf Hebräisch und Arabisch unterrichtet werden, gilt als Symbol für das Streben nach einem friedlichen Zusammenleben von Juden und Arabern. Die Polizei erklärte, dass es sich offenbar um „einen Brandanschlag mit rassistischen Motiven“ gehandelt habe. Darauf deuteten die nahe dem Tatort aufgesprühten Parolen wie „Tod den Arabern“ oder „Keine Koexistenz mit dem Krebs“ hin.

Israels Außenminister Avigdor Lieberman hat unterdessen vorgeschlagen, den arabischen Israelis — knapp 20 Prozent der Bevölkerung — „wirtschaftliche Anreize“ für das Verlassen des Landes zu bieten. Der ultranationalistische Politiker schrieb in einem Manifest, arabische Israelis, „die entscheiden, dass ihre Identität palästinensisch ist, können ihre israelische Staatsbürgerschaft aufgeben und Bürger eines zukünftigen palästinensischen Staates werden“. Israel könnte sie sogar dazu ermutigen, indem es ihnen wirtschaftliche Anreize biete. Lieberman spricht sich seit Jahren für eine möglichst vollständige Trennung von Juden und Arabern in Israel aus.

(afp)