Aachen: Aachener Friedenspreis geht an „Code Pink“ und „Lebenslaute“

Aachen: Aachener Friedenspreis geht an „Code Pink“ und „Lebenslaute“

Die einen setzen bei ihrem Protest auf die Farbe Pink, verteilen kostenlose Umarmungen und Küsse, die anderen bringen im Frack Geige und Cello zum Klingen. Beide engagieren sich mutig und auf originelle Weise gegen Krieg, Militarismus und die Verletzung von Menschenrechten.

Dafür werden sie in diesem Jahr mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet. Der gleichnamige Verein gab gestern seine Entscheidungen für 2014 bekannt — wie in jedem Jahr am 8. Mai, dem Tag, an dem der Zweite Weltkrieg endete.

Mutig und originell: „Code Pink“ kämpft in den USA für Frieden und soziale Gerechtigkeit (links). Im Protestorchester „Lebenslaute“ engagieren sich Musiker und demonstrieren etwa vor dem Bundesinnenministerium gegen die Flüchtlingspolitik (rechts). Foto: Lebenslaute

Internationaler Preisträger ist die 2002 von Frauen gegründete US-Friedensbewegung „Code Pink“. Diese hat es sich zum Ziel gesetzt, Kriege und Besatzungen zu beenden, an denen die USA beteiligt sind und bekämpft den globalen Militarismus. Mit aufsehenerregenden, oft humorvollen Aktionen und Demonstrationen tritt „Code Pink“ außerdem für soziale Gerechtigkeit ein. Dabei scheuen die Aktivistinnen und auch die wenigen männlichen Mitglieder keine Konfrontation mit der Staatsmacht.

Nicht selten werden sie inhaftiert, weil sie sich etwa dem Weißen Haus, anderen Regierungsgebäuden oder Politikern zu sehr nähern. „Ob in den Hallen und Sitzungssälen des US-Kongresses, den nationalen Versammlungen sowohl der Republikaner als auch der Demokraten oder im Repräsentantenhaus, ‚Code Pink‘ zeichnet sich durch unermüdlichen Protest gegen Kriegstreiber in den USA aus“, erklärt Tina Terschmitten vom Vorstand des Aachener Friedenspreises.

Unter dem Namen „Lebenslaute“ geben seit 1986 rund 300 Musiker und Musikerinnen aus Deutschland und Österreich einmal im Jahr ein Klassik-Konzert — ein Protestorchester spielt gegen menschenfeindliche Politik. Die Konzerte sind nie offiziell genehmigt und finden immer dort statt, wo niemand damit rechnen würde: auf Militärübungsplätzen und Abschiebeflughäfen, vor Atomfabriken und Raketendepots, in Ausländerbehörden und an menschenbedrohenden Orten. „‚Lebenslaute‘ zeichnet sich durch eine spezielle und kreative Art des Protestes aus“, erklärt Anni Pott vom Arbeitskreis Anti-Militarisierung des Aachener Friedenspreises. Der Kontrast, der durch die Klassik-Konzerte an dafür ungewöhnlichen Orten entstehe, rege zum Nachdenken an.

„Wir haben uns auch schon mit den Preisträgern in Verbindung gesetzt und sie nehmen beide an“, sagt der Vereinsvorsitzende Ralf Woelk. Im Blick hat er dabei das vergangene Jahr, als die Hulda-Pankok-Schule ablehnte. Die Düsseldorfer Gesamtschule sollte als eine von drei „Schulen ohne Bundeswehr“ ausgezeichnet werden.

Der Aachener Friedenspreis ist mit je 1000 Euro dotiert und wird zum Antikriegstag am 1. September verliehen.

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