Kreis Heinsberg: Pilgerfahrt für trauernde Menschen aus dem Kreis

Kreis Heinsberg: Pilgerfahrt für trauernde Menschen aus dem Kreis

Sich mit trauernden Menschen bei einer Pilgerfahrt am Samstag, 14. Juni, gemeinsam auf den Weg machen, das wollen Bärbel Windelen, Beauftragte für Trauerarbeit und Gemeindesozialarbeiterin des Caritasverbandes für die Region Heinsberg, und Ulla Rothkranz, Gemeindereferentin der GdG Erkelenz.

Die Pilgerfahrt findet statt am Tag des Heinsberger Pilgertages im Rahmen der Heiligtumsfahrt Mönchengladbach. Die Pilgerfahrt ist ausschließlich für trauernde Menschen gedacht. Die Teilnehmer erwartet nach einem Festgottesdienst im Münster mit allen Pilgern aus der Region Heinsberg und dem Regionaldekan Gottfried Graaff ein eigenes, ruhiges Programm in der Grabeskirche St. Elisabeth in Mönchengladbach.

Die Abfahrt ist um 10.15 Uhr in Heinsberg an der Bushaltestelle Westpromenade (gegenüber der Sonnenschein-Grundschule), um 10.30 Uhr in Hückelhoven an der Bushaltestelle am Schwimmbad Martin-Luther-Straße und um 10.45 in Erkelenz an der Bushaltestelle am Bahnhof. Um 11.30 wird die Gruppe am Fuß des Münsterberges eintreffen und zum Münster aufsteigen. Menschen mit Einschränkungen beim Gehen werden zum Eingang des Münsters gefahren. Dort findet um 12 Uhr der Festgottesdienst statt.

Nach einem kleinen Mittagsimbiss geht es dann für die Pilgergruppe weiter zur Grabeskirche, wo Ulrike Gresse, Beauftragte für Trauerpastoral an der Grabeskirche, über diese Form der Bestattung als Erinnerungskultur informieren wird. Dort treffen die Pilger auch auf die Künstlerin Bali Tollak und ihrer Ausstellung „Seelenbretter“. Bei der Ausstellung handelt es sich um eine moderne Umsetzung der ehemaligen Totenbretter mit Vanitasmotiven und Texten, die vor dem Haus einst aufgestellt wurden, wenn jemand daheim verstorben war.

Diesen weit verbreiteten Brauch aus früheren Zeiten greift die Künstlerin mit ihren Seelenbrettern auf. Für sie sind diese Motive eine Verbindung zwischen Erde und Himmel. Sie ehren den Toten, erinnern an ihn, so dass er ein Stück weit sichtbar bleibt. Bevor es gegen 16 Uhr wieder Richtung Heimat geht, gibt es noch eine Abschlussbesinnung in der Grabeskirche.

Weil Trauer noch immer ein Tabuthema in der Gesellschaft sei, hätten sie die Idee gehabt, eine eigene Pilgerfahrt für trauernde Menschen anzubieten, erklärten Bärbel Windelen und Ulrike Rothkranz. Immer mehr Menschen würden sich unsicher im Umgang mit Trauernden fühlen und deshalb den Kontakt gar scheuen. Die Betroffenen fühlten sich häufig isoliert und allein gelassen, zumal es ihnen oftmals nicht leicht falle, auf die Mitmenschen zuzugehen.

Die Pilgerfahrt für Trauernde sei eine Möglichkeit, der Trauer einen Raum zu geben und mit anderen in Kontakt zu treten. Weitere wichtige Anker, um auf andere, die ähnliches durchmachen würden, zu treffen, seien die Trauerhilfekreise, wies Bärbel Windelen in dem Zusammenhang hin. Über Begleitangebote können sich trauernde Menschen bei ihr informieren. „Hier darf Trauer gezeigt werden“, unterstrich Ursula Rothkranz.

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