Kreis Heinsberg: Pferdezüchter schauen weiter nach vorne

Kreis Heinsberg: Pferdezüchter schauen weiter nach vorne

Auf „ein terminreiches und für die Pferdezüchter sehr erfolgreiches Jahr“ blickte Kreistierzuchtberater Franz-Josef Jaeger in seinem Geschäftsbericht bei der Mitgliederversammlung vom Pferdezuchtverein des Kreises Heinsberg zurück. Die Tagung unter Vorsitz von Beate Emunds fand im Haus Sodekamp-Dohmen in Hückelhoven-Hilfarth statt.

„Sicherlich sind die Pferdezucht und die Vermarktung der Produkte nicht ganz einfach, denn die nicht einfache wirtschaftliche Lage ist auch in diesem Bereich zu spüren“, sagte Jaeger. Ebenso müssten die Rückgänge im Zuchtgeschehen und die Rückgänge bei den Stuteneintragungen sowie die Tatsache, dass weniger Fohlen geboren und vorgestellt würden, nachdenklich stimmen.

„Jedoch hat man zurzeit den Eindruck, dass die Talsohle erreicht ist und ein positiver Trend sich zeigt.“ Auch die Umstrukturierung in den überregionalen Verbänden sei noch lange nicht abgeschlossen. Was da noch genau auf die Pferdezüchter zukomme, sei noch nicht abschließend zu sagen, so Jaeger weiter.

„Man versucht dort, die Arbeiten effizienter aufzuteilen und die Kosten möglichst gering zu halten. Wir, die Pferdezüchter, dürfen den Mut und die Hoffnung nicht verlieren und müssen nach vorne schauen.“

Über Perspektiven der gemeinsamen Zucht- und Vermarktungsstrategie der beiden Zuchtverbände Hannover und Rheinland referierte bei dieser Versammlung Ulrich Hahne, der stellvertretende Zuchtleiter sowie Leiter des Stutbuches von Hannover.

803 Pferdehalter im Kreis

Im Kreis Heinsberg gibt es nach Stand vom Jahreswechsel 803 Pferdehalter mit insgesamt 4115 Pferden (inklusive Eseln). Dies sind Zahlen von der Tierseuchenkasse des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Pferdezuchtverein des Kreises Heinsberg zählt aktuell 317 Mitglieder; und zwar 50 fördernde Mitglieder, 52 Kleinpferdehalter, 203 Warmblutpferdehalter und zwölf Kaltblutpferdehalter.

In seinem Blick zurück durfte Geschätsführer Jaeger auf viele Erfolge verweisen: So ragte bei der zentralen Hengstkörung der Abteilung B in Wickrath der beste Fjordhengst Kahn aus der Zuchtstätte Heuter (Gangelt) heraus. „Er zeigte Bewegungen wie man sie seit Jahren bei einem Fjordhengst nicht gesehen hat. Der faszinierende, stets von Applaus begleitete Spitzenhengst erhielt einen Sonderehrenpreis des Rheinischen Pferdestammbuches für seine Gesamtdarstellung“, berichtete Jaeger.

Ein Höhepunkt für die Züchter aus dem Kreis wie auch aus der Städteregion Aachen und dem Kreis Düren war wieder einmal die Stuteneintragung mit Zucht- und Fohlenschau in der Aachener ­Soers. Auch Kreis Heinsberger Züchter erreichten hervorragende Platzierungen bei dieser vierten Euregio-Pferdeschau. Jaeger sprach von einer hervorragenden Schau: „Die Anzahl der Pferde könnte natürlich größer sein, die Qualität der Pferde war dafür sehr gut.“

Vier Dressurpferde unter Top 10

Aber auch eine Vielzahl von Turniererfolgen von Zuchtpferden aus dem Kreis Heinsberg sorgte laut Jaeger im vergangenen Jahr für Schlagzeilen. Bei den Deutschen Meisterschaften in Balve überzeugten die beiden rheinischen Weltklasse-Dressurpferde Herzruf’s Erbe aus der Zuchtgemeinschaft Stroetges (Wegberg), geritten von Ulla Salzgeber, und El Santo NRW aus der Zuchtgemeinschaft Dieter und Christel Horn (Erkelenz), geritten von Isabell Werth.

Herzruf’s Erbe belegte im Grand Prix Special den zweiten Platz. El Santo NRW wurde in dieser Prüfung Sechster. In der Grand-Prix-Kür belegte er direkt hinter Herzruf’s Erbe Rang fünf. Im Kurz-Grand-Prix in Balve wurde Florida (Züchter: Friedhelm Milthaler aus Gangelt), geritten von Nadine Husenbeth, Zweiter. Vierter in dieser Prüfung wurde Favourit (Züchter: Eberhard Schulte-Böcker aus Geilenkirchen), geritten von Sanneke Rothenberger. Diese vier Pferde sind im Jahr 2014 alle unter den Top 10 der Dressurpferde in Deutschland zu finden: 4. Herzruf‘s Erbe, 5. El Santo NRW, 7. Florida, 10. Favourit.

Auch Stanford und Lavinia S toll

Zu den weiteren herausragenden Pferden, die Jaeger in seinem Bericht erwähnte, gehörte Stanford (Züchter: Anton und Uwe Mengelaers aus Geilenkirchen), der — geritten von Dorothee Schneider — bei der WM junger Dressurpferde das Finale erreichte. „Ein tolles Ergebnis“ erreichte nach Angaben des Kreistierzuchtberaters auch der Reiter Boris Miksa auf der Stute Lavinia S. Es gab Silber mit der Mannschaft und Bronze im Einzel bei den Springreiter-Europameisterschaften der Amateure in Belgien. Züchterin und Besitzerin der Stute ist Josefine Schepers aus dem Selfkant.