Kreis Düren: Patricia Peill (CDU): Neuer Gründergeist und viele Potenziale

Kreis Düren: Patricia Peill (CDU): Neuer Gründergeist und viele Potenziale

Im Landtagswahlkampf hat die Kandidatin Dr. Patricia Peill (CDU) Sätze wie diese gesagt: „Mein Kompass ist auf die Menschen ausgerichtet.“ Etwas mehr als 100 Tage später zeige der Kompass immer noch in die richtige Richtung. „Meine DNA ist der ländliche Raum“, sagt die Landtagsabgeordnete und gibt damit die Schwerpunkte ihrer Arbeit vor.

Dabei waren die ersten Tage in Düsseldorf natürlich davon geprägt, sich in den Landtagsstrukturen zurecht zu finden, das Büro einzurichten, die Abläufe kennenzulernen. „Wie tickt der Minister? Wie bringe ich meine Themen unter? An welche Abteilung muss ich mich wenden?“, sind die Fragen, auf die die neuen Landtagsabgeordneten Antworten finden mussten. Hinzu kommt, dass sich Patricia Peill als frisch gewählte Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz in die anstehenden Themen einarbeiten musste. „Das ist eine Herausforderung“, sagt sie, gleichzeitig kann sie aber auch die Themen setzen.

Der ländliche Raum ist ihr Thema, bei weitem aber nicht nur mit Blick auf die Landwirtschaft. Die Landwirtin aus Nörvenich ist als Unternehmensberaterin tätig, hat klar Themen wie Bildung, Wirtschaft und die Landesentwicklung im Blick. „Wir brauchen einen neuen Gründergeist“, sagt sie, und schiebt hinterher: „Wir benötigen keine Ausstiegsszenarien, sondern Einstiegsszenarien in den Strukturwandel.“ Eine kleine Spitze gegen die Grünen.

Ein sofortiger Kohleausstieg wäre so ziemlich das Gegenteil von dem, was auf der Agenda von Patricia Peill steht. „Im Alleingang grüne Klimaromantik umzusetzen, bringt uns nicht weiter, wenn es um 10.000 Arbeitsplätze geht.“ Umweltverträglichkeit, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit sind eher die Rahmenbedingungen, die Peill beim Strukturwandel anlegen möchte. „Wir müssen unsere Region so positionieren, dass man weiß, welche unglaublich hohe Lebensqualität es hier gibt“, betont die Landtagsabgeordnete — und welches Entwicklungspotenzial die Region habe: angefangen beim geplanten Jülicher „Brainergy-Park“, in dem Unternehmen angesiedelt werden sollen, die sich mit neuen Energien beschäftigen, bis zum neuen Schwerpunkt E-Mobilität mit der Streetscooter-Ansiedlung in Düren.

„Wie kann ich noch besser helfen, dass FH-Studenten in Jülich zu Gründern werden?“, ist da eine der Fragen, die Peill umtreibt. „Wo wir Prioritäten setzen, haben wir als Regierung in der Hand“, sagt Peill und will sich deshalb dafür einsetzen, dass — wie von vielen Gemeinden gefordert — bei der Landesentwicklungsplanung den Kommunen in der Region mehr Flächen zur Ansiedlung neuer Betriebe zur Verfügung gestellt werden.

Dass Peill — um im Bild zu bleiben — vor Energie sprüht, spürt man schnell. Besteht die Gefahr, dass im politischen Alltagsgeschäft Ernüchterung eintreten kann? „Natürlich benötigt vieles, was eine neue Regierung umsetzen will, auch Zeit. Wenn es schneller ginge, würde mich das misstrauisch machen.

Wir haben große Ziele und gehen die Schritt für Schritt an.“ Und die Ernüchterung? Keine Chance. „Ich bin Mutter von vier Kindern. Ich gebe so schnell nicht auf.“ Zumal Peill hofft, dass die Chance, im Landtag Politik zu gestalten, nicht auf fünf Jahre begrenzt bleibt. „Vielleicht habe ich ja auch zehn oder 20 Jahre Zeit, mich für die Region einzusetzen.“