1. Panorama

Köln: Wo die inneren Werte zählen: Mathe-Studentin wird Heidis Topmodel

Köln : Wo die inneren Werte zählen: Mathe-Studentin wird Heidis Topmodel

Bruce Darnell (49), der heimliche Star von „Germanys Next Topmodel”, hatte ja schon gesagt, dass es den Juroren bei der Auswahl in erster Linie „um die inneren Werte” gehe.

Geglaubt hatte es ihm niemand, doch am Donnerstagabend wählten er und die anderen drei Juroren überraschend eine Mathematikstudentin und ehemalige Einser-Schülerin zur Gewinnerin von Heidi Klums Modelshow. Die rothaarige Barbara (20), das „bayrische Rapunzel” aus Regensburg, bekommt nun einen Vertrag mit der weltgrößten Modelagentur.

Heidi Klum (33), diesmal im Trägerkleid mit Leopardenfellmuster, machte es mal wieder sehr spannend und ließ die Kandidatinnen bei der Verkündung des Urteils minutenlang zittern. Den Namen der Gewinnerin sprach sie dann nicht aus, vielmehr zeichnete sich deren Silhouette nach und nach auf dem an die Studiowand geworfenen Titelbild der Zeitschrift „Cosmopolitan” ab. Fassungsloses Staunen bei Barbara, grenzenlose Enttäuschung bei ihrer Konkurrentin Anni (21) aus Schwerin, auch wenn sie auf die unvermeidliche Frage „Bist du auch nicht traurig?” pflichtschuldig mit „nein” antwortete.

Als erste der drei Finalistinnen war zuvor Hana (21) aus Oftersheim ausgeschieden. Sie hatte von den Dreien die meiste Modelerfahrung und galt deshalb als Favoritin. Barbara dagegen (Schönheitsgeheimnis: „viel trinken, viel schlafen”) hatte vorher noch nie Berührung zur Modelwelt und war ursprünglich „eher zum Zuschauen” zum Vorab-Casting nach Regensburg gegangen. Erst auf die ausdrückliche Aufforderung eines Mitglieds des Fernsehteams hin bewarb sie sich selbst. Anfangs wurde sie immer wieder dafür getadelt, dass sie zu wenig Emotionen zeige und nicht in andere Rollen schlüpfen könne: „Aber ich habe daran gearbeitet.”

Bruce vergoss Tränen der Trauer für die, die es nicht schafften, und Freudentränen für die Siegerin. Dank Bruce ist es auch für Menschen, die sich nicht so mit Casting-Sendungen auskennen, unmöglich, „Germany´s Next Topmodel” mit „Deutschland sucht den Superstar” zu verwechseln. Denn Bruce („Das ist der Wahrheit”) ist der direkte Gegenentwurf zu Dieter Bohlen: Anstatt die Kandidatinnen zu beschimpfen, versichert er ihnen ein ums andere Mal: „My Babys, I love you.” Der Choreograf ist überhaupt über das Stadium hinaus, indem man noch Gemeinheiten von sich gibt: „Für mich ist es viel wichtiger, anderen Menschen zu helfen.”

In der Endrunde der ProSieben-Sendung gab es diesmal nur noch Begeisterungsbekundungen. Die Jury fand alle drei Finalistinnen stets „wunderschön” und „super”. Da konnten sich dann Dialoge ergeben wie: „Die Anni war toll.” - „Und die Hana? Die hat auch sehr gut die Hüften geschwungen.”

Glückliches Regensburg: Nach dem Papst nun auch noch ein Topmodel, und noch dazu ein heimatverbundenes, das die Regensburger Bratwürstel schätzt und auch Sauerkraut nicht verachtet - in kleinen Portionen, darf man annehmen. Allerdings werden die Jungs im Hörsaal künftig vergeblich nach ihrer Kommilitonin Ausschau halten, denn an die Uni will sie nicht zurück: „Das hier ist eher was für mich.”