Berlin: Weiterer Schritt für Akten-Puzzle per Computer

Berlin: Weiterer Schritt für Akten-Puzzle per Computer

Das Pilotprojekt zur Rekonstruktion tausender zerrissener Stasi-Akten ist ein weiteres Stück vorangekommen. Der Computer könne nun zwischen Hand- und Maschinenschrift unterscheiden.

Das teilte der Projektbeauftragte bei der Stasi-Unterlagenbehörde, Joachim Häußler, mit. Auch Farbe und Kontur der Stasi-Papiere seien bereits zu erkennen. Der Abschluss des Projektes im Auftrag der Bundesbehörde wird aber erst 2011 oder im ersten Halbjahr 2012 erwartet.

Das Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik Berlin wollte ursprünglich von 2010 an Akten am Computer zusammenfügen. Wegen technischer Schwierigkeiten kam es zu Verzögerungen.

Das laut Institut weltweit einmalige Projekt startete 2007. Der Bundestag hatte etwa sechs Millionen Euro bereitgestellt. Zunächst soll die zerrissene Hinterlassenschaft des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) aus 400 Säcken am Computer zusammengesetzt werden.

Bürgerrechtler konnten 1989/1990 tausende Säcke mit Stasi- Papierschnipseln vor der endgültigen Vernichtung retten. Derzeit lagern bei der Stasi-Unterlagenbehörde noch mehr als 15 000 Säcke. Stasi-Offiziere hatten zum Schluss Akten per Hand zerrissen, weil die Reißwölfe heiß gelaufen waren.

Bis zu 600 Millionen Schnipsel befinden sich nach Schätzungen in den sichergestellten Behältnissen. Die Bundesbehörde geht von relevanten Papieren aus den letzten Monaten vor dem Mauerfall 1989 aus.

Im bayerischen Zirndorf wurden seit Mitte der 90er Jahre in mühevoller Handarbeit Papiere aus knapp 400 Behältern zusammengesetzt. Das sind nach Angaben der Birthler-Behörde etwa 900.000 Blätter. Ob und wie nach dem Pilotprojekt die elektronische Zusammensetzung von Schnipseln weitergeht, entscheidet laut Behörde der Bundestag.

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