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Hamburg: Weihnachtsmann kommt erst seit dem 20. Jahrhundert

Hamburg : Weihnachtsmann kommt erst seit dem 20. Jahrhundert

Weihnachten ist das Fest der Geburt Jesu Christi und neben Ostern das Hauptfest im Kirchenjahr. Fast jeder zweite Bundesbürger will zu Weihnachten einen Gottesdienst besuchen. Das ergab kürzlich eine repräsentative Studie im Auftrag der TV- Zeitschrift „Funk Uhr”.

Die erste Kalendernotiz, die die Geburt Jesu auf den 25. Dezember festlegt, findet sich im Chronographen des Kopisten Furius Dionysius Filocalus aus dem Jahre 354. Frühere Zeugnisse belegen auch andere Geburtsdaten wie etwa den 6. oder 10. Januar, den 18. November oder den 18. März. Weshalb das Geburtsdatum erst im 4. Jahrhundert als Festtag auf den 25. Dezember gelegt wurde, ist bis heute ungeklärt.

Die theologische Bedeutung von Weihnachten liegt in der Menschwerdung von Gottes Sohn. Für die Christen ist Jesus der Messias, also der Erlöser und Retter der Menschheit, der das Evangelium verkündet. In den Christmetten wird traditionell die biblische Überlieferung der Geburt Jesu aus dem Lukas-Evangelium (Kapitel 2) verlesen.

Die Verknüpfung des christlichen Weihnachtsfestes mit dem Weihnachtsmann hat sich erst im 20. Jahrhundert weitgehend durchgesetzt. In den USA hatte eine Werbekampagne von Coca-Cola 1931 großen Anteil daran. In christlichen Familien bringt aber noch heute statt des Weihnachtsmannes das Christkind die Geschenke. Entwickelt hatte sich der Brauch des Weihnachtsmanns im 19. Jahrhundert. Vorbild waren der heilige Nikolaus und sein Begleiter Knecht Ruprecht, die in der Adventszeit Geschenke verteilen.

Frauen sind nach der neuen Studie mit 59 Prozent gegenüber den Männern (39 Prozent) die eifrigeren Kirchgänger. Zwei Prozent der insgesamt 1002 Befragten machten keine Angaben. Große Unterschiede gibt es noch zwischen den alten und neuen Bundesländern: Mit 55 Prozent ist die Zahl der Kirchgänger im Westen erheblich höher als im Osten (28 Prozent).